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Prof. Dr. Georg Eisenhauer verstorben

Prof. Dr. Georg Eisenhauer verstorben

Am 14. Dezember 2015 verstarb Prof. Dr. Georg Eisenhauer, ehemaliger Leiter des Instituts für Arbeitswissenschaft (IffA) an der Bundesforschungsanstalt für Forst und Holzwirtschaft, in seinem 96. Lebensjahr.Professor Eisenhauer wurde in Mörlenbach im Odenwald geboren. Nach dem Abitur im Jahre 1938 folgte bis 1945 der Militär- und Kriegsdienst. Von 1945 bis 1949 studierte er Forstwissenschaften in Hann. Münden und Freiburg. Es folgten der Vorbereitungsdienst, Staatsexamen, Tätigkeiten beim Hessischen Waldbesitzerverband, einer Privatforstverwaltung und von 1953 bis 1956 als wissenschaftlicher Assistent am Institut für Waldarbeit und Forstmaschinenkunde der Universität Göttingen. Dort promovierte er 1957 bei Prof. Dr. Gläser mit einer Arbeit zum Thema „Die Arbeit mit der Einmannsäge. Arbeitsphysiologische Untersuchungen über Stellung, Technik und Tempo insbesondere mit der Bügelsäge“. Im Anschluss an seine Promotion arbeitete er bis 1959 als Referent für Mechanisierung und Betriebswirtschaft im Hessischen Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten. Danach übernahm er die Leitung des Hessischen Forstamtes Rhoden (heute Diemelstadt) mit dem Versuchs- und Lehrbetrieb für Waldarbeit und Forsttechnik. 1966 wechselte Eisenhauer an die Universidad Austral de Chile in Valdivia, wo er Leiter des Projektes „Zusammenarbeit der forstlichen Fakultäten Göttingen und Valdvia“ für den Auf- und Ausbau der Forstlichen Fakultät wurde, welches 1973 erfolgreich abgeschlossen wurde. Die Universität in Valdivia ernannte ihn 1973 zum Ehrenmitglied der Fakultät. Nach einem kurzen Intermezzo als Dezernent für Waldarbeit, Wegebau und Forsttechnik beim Regierungspräsidium Darmstadt wurde er 1974 als Leiter des Instituts für Arbeitswissenschaft (IffA) der Bundesforschungsanstalt für Forst- und Holzwirtschaft in Reinbek berufen, wo er bis zu seinem Ruhestand im Mai 1985 wirkte.

Sein besonderes berufliches Engagement widmete er der Humanisierung der Waldarbeit, indem er technologische, wirtschaftliche und ergonomische Forschungsansätze kombinierte. Neben dem Ausbau des ergonomischen Labors der IffA und der Weiterentwicklung der ergonomischen Untersuchungsmethodik setzte Professor Eisenhauer auch Akzente in der arbeitstechnologischen Verbesserung der Schwachholzernte und der mechanisierten Holzaufarbeitung. Er koordinierte den vielbeachteten bundesweiten Großmodellversuch zur Rationalisierung der Holzernte. In den Jahren 1978/79 und 1980/81 wurde er zum Anstaltsleiter der Bundesforschungsanstalt für Forst- und Holzwirtschaft gewählt. Von seinen zahlreichen Ehrenämtern und Nebentätigkeiten sind besonders der Vorsitz im Vorstand der Geffa-Stiftung und seine Mitgliedschaft im Vorstand des Kuratoriums für Waldarbeit und Forsttechnik zu nennen. 1987 wurde er für seine Verdienste um die forstlichen Arbeitswissenschaften mit der KWF-Medaille ausgezeichnet. Auch der universitären Lehre schenkte Professor Eisenhauer großes Interesse und Engagement. Er übernahm Lehrverpflichtungen an den Universitäten Göttingen und Hamburg und wurde 1974 zum Honorarprofessor der Universität Göttingen ernannt. Aufgrund seiner umfassenden fachlichen Expertise und der Erfahrungen in tropischen und subtropischen Ländern wurde Professor Eisenhauer zu einem gefragten Berater der FAO und GTZ. Beratungstätigkeiten führten ihn in den Sudan, nach Italien, Indonesien und in die meisten Länder Süd- und Mittelamerikas. Seine Verdienste um die internationale Forstwirtschaft wurden 1992 mit der Verleihung der Bernhard-Eduard-Fernow-Plakette durch die American Forestry Association gewürdigt.

In den Köpfen und den Herzen vieler Menschen hat Georg Eisenhauer tiefe, wegweisende Spuren hinterlassen. Seine offenen und ehrlichen mit einem Schuss Humor gewürzten Meinungen und Denkanstöße gehörten zu seinem sympathischen Charakter. Seine Wegbegleiter werden das Andenken an Georg Eisenhauer in hohen Ehren halten.

Prof. Dr. Michael Köhl, Universität Hamburg

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