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Prof. Dr. Georg Eisenhauer 90

Prof. Dr. Georg Eisenhauer 90

Am 16. Mai 2010 vollendete Prof. Dr. Georg Eisenhauer, ehemaliger Leiter des Instituts für Arbeitswissenschaft (IffA) an der Bundesforschungsanstalt für Forst und Holzwirtschaft, sein 90. Lebensjahr. Eisenhauer studierte Forstwissenschaften in Hann. Münden und Freiburg. Nach Vorbereitungsdienst, Staatsexamen, Tätigkeiten beim Hessischen Waldbesitzerverband, einer Privatforstverwaltung und Promotion am Institut für Waldarbeit und Forstmaschinenkunde der Universität Göttingen arbeitete er von 1957 bis 1959 als Referent für Mechanisierung und Betriebswirtschaft im Hessischen Ministerium. Danach übernahm er die Leitung des Hessischen Forstamts Rhoden (heute Diemelstadt) mit dem Versuchs- und Lehrbetrieb für Waldarbeit und Forsttechnik.
1966 wechselte Eisenhauer an die Universidad Austral de Chile in Valdivia, wo er Leiter eines Projektes  für den Auf- und Ausbau der Forstlichen Fakultät wurde. Mit dem 1973 erfolgreich abgeschlossenen Projekt hat er sich um die Ausbildung des chilenischen Forstpersonals und den Aufbau der holzwirtschaftlichen Forschung verdient gemacht. Die Universität in Valdivia ernannte ihn 1973 zum Ehrenmitglied der Fakultät.
1974 wurde er als Leiter des Instituts für Arbeitswissenschaft (IffA) der Bundesforschungsanstalt für Forst- und Holzwirtschaft in Reinbek berufen, wo er bis zu seinem Ruhestand im Mai 1985 wirkte. Sein besonderes berufliches Engagement widmete er der Humanisierung der Waldarbeit, indem er technologische, wirtschaftliche und ergonomische Forschungsansätze kombinierte. Neben dem Ausbau des ergonomischen Labors der IffA und der Weiterentwicklung der ergonomischen Untersuchungsmethodik setzte Professor Eisenhauer auch Akzente in der arbeitstechnologischen Verbesserung der Schwachholzernte und der mechanisierten Holzaufarbeitung. In den Jahren 1978/79 und 1980/81 wurde er zum Anstaltsleiter der Bundesforschungsanstalt für Forst- und Holzwirtschaft gewählt. Von seinen zahlreichen Ehrenämtern und Nebentätigkeiten sind besonders der Vorsitz im Vorstand der Geffa-Stiftung und seine Mitgliedschaft im Vorstand des Kuratoriums für Waldarbeit und Forsttechnik zu nennen. 1987 wurde er für seine Verdienste um die forstlichen Arbeitswissenschaften mit der KWF-Medaille ausgezeichnet.
Eisenhauer übernahm Lehrverpflichtungen an den Universitäten Göttingen und Hamburg und wurde 1974 zum Honorarprofessor der Universität Göttingen ernannt.
Aufgrund seiner umfassenden fachlichen Expertise und der Erfahrungen in tropischen und subtropischen Ländern wurde Eisenhauer zu einem gefragten Berater der FAO und GTZ. Auch als er 1985 nach Erreichen des „Ruhestandsalters“ von der Leitung des IffA zurücktrat, nahm er sofort eine neue Herausforderung als forstpolitischer Berater der argentinischen Regierung in Rahmen eines GTZ-Projektes an, die er bis 1991 in Buenos Aires ausübte. Seine Verdienste um die internationale Forstwirtschaft wurden 1992 mit der Verleihung der Bernhard-Eduard-Fernow-Plakette durch die American Forestry Association gewürdigt.
Prof. Dr. M. Köhl

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