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Prof. Dr. Dimitri †

Prof. Dr. Dimitri †

Am 23.10.2009 verstarb nach schwerer Krankheit der langjährige Leiter der Abteilung Waldschutz der Hessischen Forstlichen Versuchsanstalt, Prof. Dr. Lyubomir Dimitri, im 76. Lebensjahr. Prof. Dr. Dimitri war nicht nur in Hessen als ausgewiesener Waldschutz- und Baumkrankheiten-Experte bekannt, sondern besaß auch über die Landesgrenzen hinweg und international großes fachliches und menschliches Ansehen.
Dimitri studierte an der Forstlichen Fakultät Sopron/Ungarn an der Forstlichen Fakultät der Universität Göttingen in Hann. Münden. Nach dem Abschluss 1959 folgten wissenschaftliche Tätigkeiten am Institut für Waldbau-Technik der Universität Göttingen und am Institut für Forstpflanzenkrankheiten (Biologische Bundesanstalt für Land- und Forstwirtschaft), die Promotion 1962 über den Rotfäuleerreger Fomes annosus, die Große Staatsprüfung für den höheren Forstdienst im Lande Hessen (1965), die Beschäftigung als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Waldbau-Institut in Hann. Münden (1965 bis 1967) und am Hessischen Institut für Forstpflanzenzüchtung in Hann. Münden (1968 bis 1973). 1973 wurde Dr. Dimitri Leiter des  Instituts für Forstproduktion, später für Forstproduktion und Waldschutz und schließlich Abteilungsleiter für Waldschutz an der Hessischen Forstlichen Versuchsanstalt in Hann. Münden. 1979 erfolgte die Habilitation an der Universität Göttingen.
Prof. Dr. Dimitri war bis 1996 Waldschutz-Abteilungsleiter der Versuchsanstalt und späteren Hessischen Landesanstalt für Forsteinrichtung, Waldforschung und Waldökologie in Hann. Münden. Er hat in dieser Zeit den guten Ruf dieser praxisorientierten, am hessischen Wald ausgerichteten Forschungseinrichtung mit geprägt.
Prof. Dr. Dimitri wurde 1995 anlässlich des Weltkongresses der IUFRO in Finnland mit dem Verdienstpreis dieser internationalen Organisation ausgezeichnet. Dr. Dimitri war seit 1978 Leiter der Arbeitsgruppe „Wurzel- und Stammfäulen“. Seit 1986 leitete er die Fachgruppe „Forstpflanzenkrankheiten“. Sein Engagement galt der Vernetzung von Wissenschaft und Praxis und der schnellen Übertragung von Forschungsergebnissen in die Forstwirtschaft. Er baute auch Brücken zwischen Wissenschaftlern West- und Osteuropas. 
Herr Prof. Dr. Dimitri hat mit seinem außerordentlichen Engagement und Tatendrang, seiner Begeisterungsfähigkeit, seinem Ideenreichtum und teilweise auch mit seinen unkonventionellen Ansätzen die Arbeit der Waldschutz-Abteilung entscheidend geprägt und vorangebracht. Die Zusammenarbeit mit Kollegen und Mitarbeitern war stets geprägt von Offenheit, Verständnis, Hilfsbereitschaft, Originalität und Witz, und vor allem von großer Menschlichkeit und Herzlichkeit.
Nach seiner Pensionierung 1996 hat er sich mit großer Freude wieder stärker seiner ungarischen Heimat zuwenden können. Herr Prof. Dr. Lyubomir Dimitri war eine herausragende, besondere Persönlichkeit, die allen, die ihn kannten und mit ihm zusammen arbeiten durften, in sehr guter Erinnerung bleiben wird.
Dr. Ulrich Bressem

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