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Produktionsrücknahmen in der deutschen Sägeindustrie

Zahlreiche Betriebe der deutschen Nadelsägeindustrie haben in den vergangenen Wochen den Einschnitt bereits gedrosselt und werden in den kommenden Tagen in verlängerte Weihnachtsferien gehen. Darüber hinaus werden für das nächste Jahr zeitnahe Produktionsanpassungen an die jeweiligen Marktsituationen angekündigt. Dieses Meinungsbild zeichnet der Bundesverband Säge- und Holzindustrie Deutschland (BSHD) anhand von Gesprächen mit Mitgliedsbetrieben aber auch nicht im Verband organisierten Unternehmen.

In den letzten Wochen waren der Fachpresse vermehrt Meldungen zu entnehmen, dass Sägewerksunternehmen im benachbarten europäischen Ausland deutliche Produktionsrücknahmen nicht nur über die bevorstehenden Weihnachtsfeiertage planen, sondern darüber hinaus auch im kommenden Jahr die Produktion drosseln werden. Insbesondere die publizitätspflichtigen skandinavischen Konzerne haben entsprechende Absichten kommuniziert.

Auch in Deutschland sehen Unternehmen die Notwendigkeit, sich kurzfristig auf die aktuelle Marktsituation einzustellen. Bereits im November begonnene Einschnittkürzungen werden im Dezember weiter ausgeweitet und münden vielerorts in verlängerte Stillstände über den Jahreswechsel. Temporär wird dies zu einer markanten Reduktion der Einschnittmenge beitragen. Aber auch im Jahr 2012 will man an dieser Ausrichtung festhalten und zeitnah mit Produktionsanpassungen auf die Lage an den Rund- und Schnittholzmarkt reagieren.

„Die Entwicklungen auf den weiterhin schwachen internationalen Schnittholzmärkten auf der einen und dem heimischem Rundholzmarkt auf der anderen Seite passen nicht mehr zusammen. Die Betriebe reagieren daher auf die zunehmend Existenz bedrohende Ertragslage“, kommentiert Dr. Klaus Böltz, Präsident des BSHD die angespannte Situation in der Branche. „Vor allem im internationalen Wettbewerb hat die deutsche Nadelholzindustrie aufgrund der im deutschsprachigem Raum bis zu 40 % über den europäischen Nachbarländern liegenden Rundholzpreisen erheblich an Boden verloren. Das trifft nicht nur unmittelbar unsere Betriebe – die deutschen Schnittholzprodukte insgesamt sind dadurch preislich einfach nicht mehr konkurrenzfähig. In der Folge brechen die Schnittholzexporte ein.“

BSHD

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