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Preisanhebungen für Nadelstammholz

Rundholzanbieter und –abnehmer trafen sich in diesem Jahr teils vergleichsweise spät zu Verhandlungen über Anschlussverträge zur Lieferung im zweiten Halbjahr. Dies dürfte vor allem daran gelegen haben, dass viele Säger erwarteten, dass aus Süddeutschland und hier vor allem aus Bayern größere Mengen an Käferholz auf den Markt kommen.

Zwar ist das Käferholzaufkommen in den von „Niklas“ betroffenen Regionen derzeit relativ hoch, doch angesichts einer florierenden Bauwirtschaft und damit verbunden guten Absatzmöglichkeiten für Nadelschnittholz wird jegliches Holz gerne aufgenommen. In den von „Niklas“ weniger betroffenen Regionen Deutschlands ist Käferholz bisher nur in geringen bis geringsten Mengen angefallen, sodass selbst der aktuell erhöhte Anfall im Süden der Republik sich kaum auf den Markt in Mittel- Nord- und Ostdeutschland auswirkt.

Manche Waldbesitzer hatten sich mit den Abnehmern auf eine Verlängerung der bestehenden Abschlüsse bis Ende Juli geeinigt, manche Lieferverträge hatten von vornherein eine Laufzeit bis Ende Juli. Daher sind die Verhandlungen für Lieferungen im dritten Quartal oder dem zweiten Halbjahr 2017 teils abgeschlossen, teils liefen sie noch. In Fällen, in denen man sich bereits geeinigt hat, kommt es meist zu Preisanhebungen um 2,-, teilweise auch 3,- €/Fm. Insgesamt sehen die Teilnehmer an unserem HMI-Meldenetz weiterhin recht gute Absatzmöglichkeiten für Fichtenstammholz voraus. Die Nachfrage hat im vergangenen Monat nach Einschätzung von zwei Dritteln zugenommen. Für die kommenden Monate rechnen sogar 70 % mit einem steigenden Bedarf der Sägeindustrie. 40 % konnten leichte Preisanhebungen durchsetzen. Nach Ansicht von 75 % werden die Preise auch in den kommenden Wochen weiter steigen.

Auch bei Kiefer sieht die Situation deutlich positiver als im zeitigen Frühjahr aus: Die Nachfrage hat seitdem per saldo stetig zugelegt. Für die nähere Zukunft rechnet mittlerweile die Hälfte unserer Melder mit einem ansteigenden Einkaufsinteresse. Die Preise sind bei vielen Betrieben etwas gestiegen. Meist lagen die Preisanhebungen ähnlich wie bei Fichte bei etwa 2,- €/Fm. Die Hälfte unserer Testteilnehmer rechnet mit weiter steigenden, die andere Hälfte mit zumindest stabilen Preisen.

Bei Buchenstammholz ist zurzeit quasi keine Nachfrage spürbar, was vorwiegend auf saisonale Gründe zurückzuführen ist. Einige Anbieter rechnen allerdings mit einer steigenden Nachfrage für Lieferungen in der kommenden Saison. Per saldo der Markteinschätzungen dürfte das Einkaufsinteresse in den kommenden Monaten etwa konstant bleiben. Bezüglich der Preise ist der Waldbesitz deutlich weniger pessimistisch als noch vor einem Monat: Nur noch rund 10 % rechnet mit sinkenden Preisen, alle anderen gehen von konstanten Preisen aus. Auch bei Eiche hat die Nachfrage die saisonale Talsohle wohl erreicht. Die Absatzmöglichkeiten werden sich in den kommenden Monaten aller Voraussicht nach nur wenig ändern. Die Preise dürften in den kommenden Monaten nachfragebedingt geringfügig steigen.

Laub- und Nadelindustrieholz wird meist in normalem Rahmen abgewickelt. Während die Nachfrage nach Laubholz zurzeit relativ gering ist und die Preise überwiegend stabil tendieren, ist Fichtenindustrieholz außerordentlich rege gefragt. Auch bei Kiefer ist ein zunehmendes Interesse spürbar. Bezüglich der Nadelholzpreise sind die Einschätzungen unserer Testteilnehmer vergleichsweise neutral, bei Kiefer werden tendenziell nachgebende Preise erwartet. Für Energieholz ist derzeit quasi kein Markt erkennbar, was sich aber aus saisonalen Gründen in absehbarer Zeit wieder ändern dürfte.

Quelle: HMI-Meldenetz

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