Waldbau

Wie gelingen Stieleichen-Mischwälder auf Nassstandorten?

Bearbeitet von Jörg Fischer

Wie lassen sich Stieleichen-Mischwälder auf Nassstandorten entwickeln und nachhaltig bewirtschaften? Dieser Frage geht die Landesforstanstalt Mecklenburg-Vorpommern zusammen mit den Universitäten Greifswald und Rostock im Rahmen des Verbundvorhabens HydroForMix nach. Das Projekt wird über den Waldklimafonds der Bundesministerien für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) und für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz (BMUV) gefördert.

Die Holzernte auf Nassstandorten bereitet Forstleuten keine Freude, ist sie doch mit einem hohen finanziellen und technischen Aufwand verbunden. Die hohen Kosten lassen sich nur durch die Produktion hochwertiger Holzsortimente ausgleichen. Doch das ist oft leichter gesagt als getan. Nur wenige Baumarten kommen mit den harten Bedingungen aus nassen Waldstandorten zurecht und durch das Eschentriebsterben fällt mit der Esche eine wichtige Baumart für solche Standortverhältnisse immer mehr aus. Welche Baumarten kommen also noch in Frage?

Wie sieht der Mischwald der Zukunft auf Nassstandorten aus?

Au- und Bruchwälder, also Wälder auf Nassstandorten, haben einen hohen ökologischen und nicht zuletzt auch hydrologischen Wert, was gerade in der jetzigen Zeit von großer Bedeutung ist. Die Bäume solcher Waldgesellschaften beeinflussen den Wasserhaushalt maßgeblich. Doch welche Rolle dabei die Baumartenzusammensetzung spielt, ist bislang kaum bekannt. Das Vorhaben HydroForMix stellt deshalb das Zusammenspiel der Artenmischung im Bereich der Hartholzaue in den Fokus.

In Mecklenburg-Vorpommern stocken rund 25 % der Wälder auf nassen Flächen. Daher will die Landesforstanstalt MV zusammen mit den Universitäten Rostock und Greifswald Waldbauverfahren entwickeln mit dem Ziel, klimatolerante und anpassungsfähige Mischwaldökosysteme aufzubauen und eine Verbesserung des Landschaftswasserhaushaltes zu erreichen. Wie kann das gelingen?

Hoffnungsträger Stieleiche – die richtige Mischung macht‘s

Als Hoffnungsträger steht in diesem Projekt die Stieleiche im Vordergrund. Sie habe das Potenzial, weite Bereiche solcher Nassstandorte zu besiedeln, so die Forschenden. Im Gegensatz zu den Eschenbeständen der Vergangenheit soll hier jedoch auf Mischbestände anstatt von Reinbeständen gesetzt werden.

Wie könnte eine solche Mischwaldlösung aussehen? Antworten auf diese Frage sollen Untersuchungen an bestehenden Stieleichen-Rein- und Mischbeständen in Mecklenburg-Vorpommern liefern. Die Ergebnisse sollen anschließend in einem Leitfaden zusammengefasst werden.

Einrichtung einer Demonstrationsfläche für die langfristige Forschung

Eine fünf Hektar große Demonstrationsfläche soll weitere Erkenntnisse über die Projektlaufzeit (April 2022 bis März 2027) hinaus ermöglichen. Auf dieser Demonstrationsfläche werden unterschiedliche Mischungsformen und -anteile aufgebaut und untersucht. Zwei Versuchsflächen dienen außerdem als Waldbaulehrflächen, um mit Schautafeln Erkenntnisse des Projekts näherzubringen. Die weiteren waldwachstumskundlichen Messungen und Führungen auf der Fläche wollen die Verbundpartner ebenfalls dauerhaft durchführen.

Mit dem Aufgabenspektrum, angepasste Baumarten für Mischwälder auf Nassstandorten zu identifizieren, deren waldbauliche Etablierung und Steuerung zu untersuchen und die Ergebnisse der Praxis zu vermitteln, unterstützt HydroForMix die Ziele des Waldklimafonds, klimatolerante und anpassungsfähige Mischwaldökosysteme zu entwickeln und den Landschaftswasserhaushalt zu verbessern.

Weitere Infos

Weiterführende Infos zum Verbundvorhaben „Bewirtschaftung von Stieleichen-Mischwäldern auf Nassstandorten“ (HydroForMix):

Mit Material von Landesforst MV, Uni Rostock, Uni Greifswald und FNR