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Praxisempfehlung für Waldpflegeverträge in Bayern

Waldpflegeverträge können dazu beitragen, dass die noch nicht ausgeschöpften Potenziale auch in den klein strukturierten Privatwäldern besser genutzt und damit alle Funktionen des Waldes sichergestellt werden – das liegt ausdrücklich in gesellschaftlichem Interesse.

Insgesamt 57 % der Wälder Bayerns sind in der Hand von fast 700.000 privaten Eigentümern, 11 % gehören rund 2.200 Gemeinden und Städten. Der weit überwiegende Teil dieser privaten und körperschaftlichen Wälder sind kleinstrukturiert.

Damit ist klar: Die meisten Waldbesitzer können nicht ausschließlich von ihrem Wald leben, sondern gehen anderen Berufen nach – oft weit entfernt von ihrem Waldbesitz. Auch die traditionelle Verbindung des Waldbesitzers zu einem landwirtschaftlichen Betrieb schwindet infolge des Strukturwandels in der Landwirtschaft. Zeit, Wissen, Fähigkeiten und die Möglichkeiten, sich im erforderlichen Umfang um den eigenen Wald zu kümmern, nehmen ab. Gleichwohl ist die traditionell emotionale Bindung zum eigenen Waldbesitz oft ungebrochen. Immer mehr Waldbesitzer suchen daher nach jemanden, der fachlich versiert treuhänderisch ihren Wald beaufsichtigt, pflegt und bewirtschaftet.

Warum Waldpflegeverträge?

Waldpflegeverträge können dazu beitragen, dass die noch nicht ausgeschöpften Potenziale auch in den klein strukturierten Privatwäldern besser genutzt und damit alle Funktionen des Waldes (Nutz-, Schutz- und Erholungsfunktionen sowie soziale Komponenten) sichergestellt werden. Eine nachhaltige Bewirtschaftung auf der gesamten Waldfläche liegt ausdrücklich in gesellschaftlichem Interesse.

Die Forstbetriebsgemeinschaften und Waldbesitzervereinigungen als forstliche Selbsthilfeeinrichtungen sind prädestiniert für diese Aufgabe. Sie haben vorrangig das Interesse der einzelnen Waldbesitzer im Auge und verfügen über das nötige Know-how. Fast überall ist forstliches Fachpersonal angestellt. Umgekehrt kann die treuhänderische Verwaltung von Wäldern im Rahmen von Waldpflegeverträgen ein interessantes Aufgabenfeld zur Stärkung der Forstbetriebsgemeinschaften bzw. Waldbesitzervereinigungen sein.

Dies kann aber nur gelingen, wenn solche Waldpflegeverträge so gestaltet werden, dass sie:

  • den individuellen Bedürfnissen und Wünschen des Waldbesitzers gerecht werden und
  • für die Forstbetriebsgemeinschaft / Waldbesitzervereinigung rechtlich beherrschbare und wirtschaftlich auskömmliche Vertragsbedingungen haben.

Dass es nicht ganz einfach ist, beides „unter einen Hut“ zu bringen, liegt angesichts der ungeheuren Vielfalt denkbarer Fallgestaltungen auf der Hand.

Leitfaden für Waldpflegeverträge erschienen

Mit dem nunmehr erschienen Leitfaden „Praxisempfehlungen für Waldpfelgeverträge“ ist ein Kompendium entstanden, das den Praktikern nicht nur wertvolle Tipps für die Markteinführung von Waldpflegeverträgen gibt, sondern ganz konkrete Hilfestellung für organisatorische Fragen, die Kalkulation von Entgelten, die Vertragsgestaltung bis hin zum Qualitätsmanagement und der Förderung von Waldpflegeverträgen bietet.

Der Leitfaden wurde von der Projektgruppe „Waldpflegeverträge“, auf Basis der inzwischen beträchtlichen Erfahrungen von Vertretern der forstlichen Zusammenschlüsse und deren forstlichen Beratern erarbeitet und vom Bayerischen Waldbesitzerverband zusammengestellt. Die Projektgruppe setzte sich zusammen aus Mitgliedern der Bayerischen Forstverwaltung sowie aus Vertretern des Bayerischen Waldbesitzerverbandes und des Bayerischen Bauernverbandes.

Wo erhalte ich die Praxisempfehlungen?

Der Leitfaden „Praxisempfehlung für Waldpflegeverträge“ wird vom Bayerischen Waldbesitzerverband herausgegeben und kann über die Geschäftsstelle gegen eine Gebühr von 25 € bezogen werden – E-Mail: info@bayer-waldbesitzerverband.de

Bayerischer Waldbesitzerverband

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