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Der Schaf- und Ziegenhaltung fällt beim Naturschutz und dem Erhalt der vielseitigen Kulturlandschaft eine wichtige Rolle zu.

Präventionsmaßnahmen zum Herdenschutz in Hessen

Hessens Umweltministerin Priska Hinz stellte am 14. März in Wiesbaden die neue Fördermöglichkeit „Sichere Schaf- und Ziegenbeweidung“ zum präventiven Herdenschutz in Hessen vor. „Ich freue mich sehr, dass die Anstrengungen im Naturschutz Früchte tragen und sich geschützte Arten wieder in Hessen ansiedeln. Das gilt grundsätzlich auch für den Wolf. Gleichzeitig wollen und müssen wir einen wirksamen Schutz von Weidetieren gewährleisten“, kommentierte Hinz die Vorstellung der neuen Fördermöglichkeit zum präventiven Herdenschutz in Hessen. „Der Schaf- und Ziegenhaltung fällt beim Naturschutz und dem Erhalt unserer vielseitigen Kulturlandschaft eine wichtige Rolle zu. Wir als Landesregierung erkennen diese Leistung an und werden die bisherige Unterstützung deutlich ausbauen“, so Ministerin Hinz weiter.

Mit der neuen Fördermöglichkeit, angesiedelt im bestehenden Programm für Umwelt- und Landschaftspflege in der Landwirtschaft (HALM), setzt sich Hessen bundesweit an die Spitze vergleichbarer Programme zum präventiven Herdenschutz. „In den kommenden Jahren werden wir jährlich eine halbe Million Euro für Präventionsmaßnahmen und Entschädigungszahlungen bereitstellen. Bereits ab dem 15. März können bei den Landratsämtern mit Fachdienst Landwirtschaft Zuwendungsanträge für erhöhte Aufwendungen bei der Zaun- und Herdenkontrolle gestellt werden. Antragsberechtigt sind alle hessischen Schaf- und Ziegenhalter, die mindestens 5,4 ha Dauergrünland bei einer Besatzstärke von mindestens zwei Tieren pro ha bewirtschaften.

Weitere Fördermöglichkeiten

In der zweiten Jahreshälfte zündet dann die zweite Stufe des neuen Präventionsprogramms für den Herdenschutz. In einer neuen Richtlinie werden Fördermöglichkeiten für die Errichtung von Schutzzäunen und dem Erwerb von Herdenschutzhunden geschaffen. „Über die rein präventiven Maßnahmen wird es in Hessen auch eine geregelte Form von Entschädigungszahlungen im Falle eines Wolfsrisses geben. Werden trotz ordentlichem Herdenschutz schwere Schäden durch einen Wolf behördlich bestätigt, dann werden die Schaf- und Ziegenhalter auch eine finanzielle Unterstützung erhalten“, kündigte Hinz an. Dazu werden in den nächsten Monaten die entsprechenden Vorbereitungen getroffen.

Das Umweltministerium steht im engen Austausch mit Ziegen- und Schafhaltern, Jägern, und Waldbesitzern und bietet neben finanzieller Unterstützung auch Beratung an. „Es ist wichtig, dass die Halterrinnen und Halter die Möglichkeiten des Herdenschutzes kennen und rechtzeitig vorsorgen. Wölfe sind scheue Tiere und gute Zäune führen dazu, dass die Raubtier weiterhin Wildtiere jagen“, so Hinz. Selbstverständlich wird das Land seine umfassenden Beratungsangebote auch weiterhin kostenlos allen Weidetierhalterinnen und –haltern zur Verfügung stellen. „Es ist möglich, dass Wolf, Mensch und Nutztier weitestgehend friedlich mit- und nebeneinander leben können. Hierfür bedarf es einer sachgerechten Aufklärung und einer wirksamen Prävention. Hierfür schafft Hessen die bestmöglichen Rahmenbedingungen“, so Hinz abschließend.

Hintergrund

In Gebieten, in denen Wölfe wie bisher in Hessen keine Reviere haben, sondern nur durchstreifen, ist insbesondere ein klassischer Rundumschutz von Weidetieren durch leistungsfähige Elektronetze oder mehrfache Elektrolitzenzäune mit einem maximalen Bodenabstand von 20 cm wichtig und zielführend. In allen Bundesländern hat sich dies bislang als ein probates Mittel gegen Wolfsrisse herausgestellt. Wie Hunde sind Wölfe lernfähig. Ein Wolf, der einmal bei der Annäherung an ein Nutztier einen Stromschlag von einem Elektrozaun erhalten hat, wird künftig Abstand halten. Überall dort, wo schon heute die Wildkatze oder der Luchs verstärkt in Hessen vorkommen, ist in absehbarer Zeit eine ortsfeste Ansiedlung von Wölfen möglich. Ein klassisches Beispiel ist der Reinhardswald, in dem bereits zwischen 2006 und 2011 ein Wolf lebte. Vergleichbar günstige Lebensbedingungen für den Wolf (geringe Verkehrs- und Siedlungsdichte, hoher Waldanteil und hohe Wilddichten) finden sich in Burgwald, Rothaargebirge, Kellerwald, Waldhessen, Rhön, Spessart, im südöstlichen Odenwald am Dreiländereck Hessen-Baden-Württemberg-Bayern sowie im Wispertaunus.

Infos: umwelt.hessen.de/wolf

Hessisches Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz

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