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Bundesministerin Julia Klöckner und DFWR-Präsident Georg Schirmbeck bei der Mitgliederversammlung des Deutschen Forstwirtschaftsrates (DFWR)

Prämie für Klimaschutzleistung bewirtschafteter Wälder gefordert!

Ende September fand die Mitgliederversammlung des Deutschen Forstwirtschaftsrates (DFWR) statt. Hier wurde die „Berliner Erklärung 2020 – Klimaschutzleistungen der Wälder mit einer Pärmie zu honorieren“ verabschiedet. DFWR-Präsident Georg Schirmbeck machte darauf aufmerksam, dass die Wälder CO2 binden und somit das Klima schützen. Dieser Beitrag sollte mit einer Prämie honoriert werden.

Die Mitgliederversammlung des DFWR, Dachverband der Forstwirtschaft in Deutschland, hat auf seiner Sitzung die „Berliner Erklärung 2020 – Klimaschutzleistungen der Wälder mit einer Prämie zu honorieren“ verabschiedet. „Wir müssen weitere Anreize für die Waldbesitzenden generieren, um die Klimaschutzfunktion der Wälder zu erhalten oder diese auszubauen“, betonte DFWR-Präsident Georg Schirmbeck. „Wir fordern die Bundesregierung auf, eine flächenabhängige Klimaleistungsprämie für Waldbesitzende auf den Weg zu bringen, die nachweislich ihre Wälder an das künftige Klima anpassen, damit sie als Kohlenstoffspeicher und darüber hinaus auch die vielfältigen Funktionen für die Allgemeinheit wahrnehmen können“, so Schirmbeck weiter.

Wälder sind beste Mitkämpfer beim Klimaschutz

Auch die Bundesministerin für Ernährung und Landwirtschaft Julia Klöckner signalisierte auf der Mitgliederversammlung, dass sie sich dafür einsetzen wird, den Klimaschutz bei der Entwicklung von Instrumenten zur Honorierung von Ökosystemleistungen einzubeziehen. Bundesministerin Julia Klöckner: „Der Wald und die nachhaltige Waldwirtschaft in Deutschland sind unsere besten Mitkämpfer beim Klimaschutz. Sie entlastet die Atmosphäre jährlich um rund 127 Mio. t CO2. Und deshalb sage ich klar: Wenn wir CO2-Emissionen einen Preis geben, dann müssen wir umgekehrt auch diejenigen honorieren, die unseren Wald als maßgeblichen Klimaschützer erhalten. Gleichzeitig darf eine Prämie nicht dazu führen, dass Wälder nicht mehr bewirtschaftet werden. Das würde zur weiteren Ausbreitung des Borkenkäfers beitragen. Eine von uns eingesetzte Bund-Länder-Arbeitsgruppe arbeitet hier an einem Modell“.

Elementare Bedeutung als Kohlenstoffspeicher

Schirmbeck: „Ergänzend zu den Förderprogrammen von Bund und Ländern benötigen Waldbesitzende weitere finanziellen Anreize, ihre Wälder aktiv an den Klimawandel anzupassen, damit sie CO2 binden, das Klima schützen und ihre vielfältigen Funktionen für die Gesellschaft erbringen. Um schneller die notwendige klimaneutrale Wirtschaftsweise unseres Landes zu erreichen, startet ab 2021 ein nationales Emissionshandelssystem mit Festpreisen je Tonne CO2. Die dadurch entstehenden Mehreinnahmen im Energie- und Klimafonds schaffen für den Bund die Möglichkeit, die Anstrengungen der deutschen Waldeigentümer für den Klimaschutz zu honorieren. Denn die bewirtschafteten Wälder haben eine elementare Bedeutung als Kohlenstoffspeicher im Klimawandel.“

Dramatische Veränderungen der Lebensbedingungen

Der fortschreitende Klimawandel verändert die Lebensbedingungen für die Waldbäume dramatisch schnell. Waldbesitzende und Forstleute stehen vor der Herausforderung, den Wald zu erhalten und ihn an den Klimawandel anzupassen. Und das trotz zum Teil hoher Vermögensschäden und fehlender Liquidität. Die Soforthilfe von Bund und Ländern von bis zu 1,5 Mrd. € ist deshalb ein wichtiges Signal, um die Waldbesitzenden in ihrer Aufgabe für die Gesellschaft zu unterstützen.

 

Was ist die „Berliner Erklärung 2020?“

Der Klimawandel beschleunigt sich. Die Lebensbedingungen unserer Waldbäume verändern sich damit dramatisch schnell. Schon heute sind die Bäume in Deutschland mit einer Temperaturerhöhung von 1,5 Grad Celsius gegenüber dem langjährigen Mittel konfrontiert, die zu Schäden in bisher unbekanntem Ausmaß geführt haben. Die Anpassung der deutschen Wälder an ein deutlich wärmeres und trockeneres Klima erfordert vielerorts große Investitionen in die Walderhaltung, Waldpflege und einen raschen Wechsel der Baumarten. Waldeigentümer stehen deshalb vor der Herausforderung, trotz fehlender Liquidität die Wälder zu erhalten und sie schnellstmöglich an die sich rasant ändernden Klimabedingungen anzupassen. Das liegt im Interesse der gesamten Gesellschaft. Vor dem Hintergrund der durch Extremwetterlagen gestiegenen Waldschäden haben Bund und Länder in den letzten Monaten ihre Förderprogramme ausgebaut. Dafür ist der Privat- und Körperschaftswald sehr dankbar. Es zeigt sich allerdings eine zunehmende Komplexität und Aufwendigkeit der forstlichen Förderverfahren, die maßgeblich auf den beihilferechtlichen Rahmen der EU zurückzuführen sind. In Anbetracht der Herausforderungen der Zukunft sind neue, langfristig tragfähige Finanzierungsinstrumente notwendig. Um schneller die notwendige klimaneutrale Wirtschaftsweise unseres Landes zu erreichen, startet ab 2021 ein nationales Emissionshandelssystem mit Festpreisen je Tonne CO2. Die dadurch entstehenden Mehreinnahmen im „Energie- und Klimafonds“ schaffen für den Bund auch die Möglichkeit, die Leistungen der deutschen Waldeigentümer für den Klimaschutz zu honorieren. Denn nachhaltig bewirtschaftete Wälder und Holzprodukte haben eine elementare Bedeutung als Kohlenstoffspeicher im Klimawandel. Mit einer Vergütung, die sich an der Klimaschutzleistung des deutschen Waldes orientiert, sollte für die Waldeigentümer ein leistungsbezogener finanzieller Anreiz geschaffen werden, die Klimaschutzfunktion ihrer Wälder aktiv zu erhalten und auszubauen. Dies würde auch den Zielen des Energie- und Klimafonds-Gesetzes entsprechen. Der Deutsche Forstwirtschaftsrat fordert deshalb die Bundesregierung auf, eine flächenabhängige Klimaleistungsprämie für Waldeigentümer auf den Weg zu bringen. Diese Klimaleistungsprämie soll grundsätzlich allen Eigentümern unabhängig von Größe und Besitzart gezahlt werden, die nachweislich ihre Wälder an das künftige Klima anpassen und damit die Klimaschutzfunktion für die Allgemeinheit erfüllen. Der Nachweis kann unter anderem durch forstliche Zertifizierungssysteme erbracht werden.

Quelle: DFWR

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