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Potenziale von Kurzumtriebsplantagen

Potenziale von Kurzumtriebsplantagen

Bayerns Landwirtschaftsminister Helmut Brunner will den Anbau schnell wachsender Baumarten zur Energiegewinnung voranbringen. Dazu haben Experten der Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft jetzt digitale Ertragskarten erarbeitet, die landesweit die Potenziale sogenannter Kurzumtriebsplantagen (KUP) zeigen. „Kurzumtriebsplantagen sind ein wertvoller Beitrag zu einer nachhaltigen Energiegewinnung im Freistaat“, sagte der Minister beim Projektabschluss in einer Pappel-Plantage bei Landshut. Allerdings seien die Ertragserwartungen beim Anbau schnell wachsender Baumarten wie Pappeln oder Weiden je nach Standort und Region sehr unterschiedlich. Besonders geeignet sind ungünstig geformte und deshalb schwer zu bewirtschaftende Flächen. Zu bevorzugen sind laut Brunner zudem Standorte mit geringer Nährstoff-, aber guter Wasserversorgung. Hier seien die Plantagen auch keine Konkurrenz zur Erzeugung von Lebensmitteln. Die jetzt vorliegenden Karten sollen für Kommunen, Landwirte und die Berater der Landwirtschaftsverwaltung eine Hilfe sein, bestehende Potenziale künftig flächenscharf einzuschätzen.Nach Aussage des Ministers werden seit Jahrhunderten wieder austreibende Bäume zur Energiegewinnung genutzt. Heute verwendet man dafür rasch wachsende Baumarten. Das geerntete Holz wird gehäckselt und kann automatisiert verfeuert werden – anders als bei Wind und Sonne bedarfsgerecht und dank moderner Verbrennungsanlagen mit geringen Emissionen und hoher Energieausbeute. Laut Brunner ist diese Form der Energieerzeugung geradezu ideal für die Wärmeversorgung in landwirtschaftlichen Betrieben und Kommunen. Als extensive, ressourcenschonende Form der Landnutzung bieten KUP auch ökologische Vorteile. „Sie sorgen für Vielfalt in der Landschaft, dienen dem Erosionsschutz und schaffen attraktive Lebensräume für viele Tierarten“, so der Minister. Mit den rund 2 000 Hektar Kurzumtriebsplantagen in Bayern lassen sich rechnerisch 5 000 Haushalte mit Wärme versorgen. Die Potenzialkarten auf Gemeindeebene sind unter www.kupscout-bayern.de abrufbar. Detaillierte Beratung erhalten Grundbesitzer an den Ämtern für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten.

StMELF

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