Holztransport

Potenzial zentraler Lagerplätze für den Holztransport

Bearbeitet von Marc Kubatta-Große

Wie muss sich die Holztransportbranche entwickeln, damit sie zukunftsfähig wird? Das war die Frage auf der Onlinetagung zu Anpassungsstrategien im Holztransport am 25. November. Die Holzmengen werden künftig wohl verstreuter anfallen, mit geringeren Mengen und größeren Entfernungen. Einfach vom Wald ins Werk zu fahren könnte irgendwann die Ausnahme werden.

Hans-Henrich Blendermann von Holz-Reimann befasste sich ausführlich mit den Vor- und Nachteilen zentraler Lagerplätze wie denen der Firma Reith, die in Unterfranken bereits vier Lagerplätze für den Holzumschlag betreibt. Dietmar Reith hat damit schon auf die sich anbahnenden Änderungen reagiert.

Bisher Konzentration auf Technik

Bislang, so Blendermann, war die Weiterentwicklung im Holztransport vor allem durch technische Innovationen geprägt. Man kennt Krankabinen oder neuerdings die Kransteuerung per VR-Brille aus der Fahrerkabine. Neue Antriebstechniken wie Elektro, Wasserstoff oder synthetische Kraftstoffe werden diskutiert, ebenso wie das autonome Fahren oder Platooning. Diese technischen Innovation habe man aber als Dienstleister nicht selbst in der Hand.

Anders seiht das bei der Organisation des Holztransports aus. Schon länger gibt es Versuche, die Holzlieferkette modular aufzubauen, sei es mit Flatracks, Trailerverladung im Wald oder gebrochenem Transport per Bahn. Die Erfolge sind zumeist bescheiden.

Holz jederzeit erreichbar

Was können also zentrale Umschlagplätze zu einer effizienten Rundholzlogistik beitragen? Zu den größten Vorteilen zählt Blendermann, dass das Holz nicht im Wald lagert. Die Gefahren durch Qualitätsminderung und Holzdiebstahl werden so minimiert. Auch der Waldschutz, der in den vergangenen Jahren stark an Bedeutung gewonnen hat, ist durch die Lagerung außerhalb des Waldes leicht umzusetzen. Das Holz ist bei jedem Wetter zugänglich und die Übersicht über den Holzbestand ist gewährleistet. Wegesperrungen oder schlechtes Wetter stellen damit kein Hindernis mehr da.

Die Entkopplung von „innerem“ (vom Wald zum Lagerplatz) und „äußerem“ (vom Lagerplatz ins Werk) Logistikkreis ermöglicht eine Spezialisierung der Fahrer und Fahrzeuge für Wald (Geländegängigkeit, Ladeerfahrung) und Straße (leichte Fahrzeuge, hohe Zuladung).

Vor- und Nachteile

Die Verladung von Holz auf Trailer ist auf einem Umschlagplatz zudem erheblich einfacher als im Wald. Es sind Lademaschinen einsetzbar und die Trailer lassen sich vorhalten und jederzeit beladen. Optimalerweise lässt sich ein Umschlagplatz multimodal betreiben und hat eine Anbindung an Bahn- und/oder Schiffsverkehr.

Auf der anderen Seite verursacht ein solcher Umschlagplatz Kosten, einerseits der Platz selbst, andererseits der gebrochene Holztransport. Das Holz muss ein zweites Mal angefasst werden. Ob ein zentraler Lagerplatz sich für ein Fuhrunternehmer rechnet, hängt also stark von der individuellen Situation ab.

Marc Kubatta-Große