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Die Lenzing Gruppe will in den kommenden Jahren 100 Mio. € in Maßnahmen zur Energieeinsparung und weiteren Umstellung auf erneuerbare Energien sowie in neue Technologien investieren.

Positive Entwicklung im Spezialfasergeschäft

Die Lenzing Gruppe – Weltmarktführer bei Spezialfasern aus dem nachwachsenden Rohstoff Holz – setzte ihre solide Geschäftsentwicklung auch im 1. Halbjahr 2019 fort. Trotz eines deutlich angespannteren Marktumfeldes mit historisch niedrigen Preisen für Standardviscose wurde ein leichtes Umsatzwachstum erzielt. Beim Ergebnis konnte das rückläufige Preisniveau bei der Standardviscose großteils kompensiert werden.

Die Umsatzerlöse der Lenzing Gruppe stiegen im 1. Halbjahr 2019 gegenüber der Vergleichsperiode des Vorjahres um 1,2 % auf 1,09 Mrd. €. Neben günstigeren Währungsrelationen waren insbesondere die weitere Optimierung des Produktmix und höhere Preise für Spezialfasern dafür verantwortlich. Der Anteil der Spezialfasern an den Umsatzerlösen lag mit 48,4 % deutlich über dem Vergleichswert des Vorjahres von 44,1 %. Das Betriebsergebnis vor Abschreibungen (EBITDA) ging um 7 % auf 181,2 Mio. € zurück. Neben höheren Produktionsmengen und Währungseffekten, die zu einem Anstieg der Zellstoffkosten führten, und einem Anstieg des Personalaufwandes, war hauptsächlich das Marktumfeld für Standardviscose für diesen Rückgang ausschlaggebend.

Entwicklung im Spezialfasergeschäft

Das Spezialfasergeschäft habe sich weiterhin sehr positiv entwickelt. Die Investitionen in neue Produktionskapazitäten für Lyocellfasern und der Fokus auf die Produktmarken TENCEL und VEOCEL werden das Unternehmen resilienter gegen die Schwankungen des Marktes machen, so Stefan Doboczky, Vorstandsvorsitzender der Lenzing Gruppe. Teil des Wachstumsplans sei der Bau eines hochmodernen Lyocellwerks in Thailand.

Die Lenzing Gruppe baut ihre Produktion von Lyocellfasern stark aus, um der hohen Nachfrage nachzukommen. Durch die Erweiterung der Produktion von Spezialfasern setzt Lenzing den Fokus auf stabiles und profitables Wachstum sowie eine Verbesserung des ökologischen Fußabdrucks der Textil- und Vliesstoffbranchen. Die erste Expansionsphase dieses ambitionierten Wachstumsplans – die Errichtung einer hochmodernen Lyocellfaser-Produktionsanlage in Prachinburi (Thailand) – wurde im 2. Quartal 2019 genehmigt. Das Investitionsvolumen für die neue Anlage mit einer Kapazität von 100.000 t beträgt etwa 400 Mio. €.

Erweiterung der Zellstoff-Kapazitäten

Die Erhöhung der Eigenversorgung mit Faserzellstoff ist ein weiterer wesentlicher Schritt in der Umsetzung der sCore TEN Strategie. Lenzing und ihr brasilianischer Partner Duratex treiben die geplante Errichtung einer Faserzellstofflinie im Bundesstaat Minas Gerais (Brasilien) weiter voran. Die Arbeiten verlaufen planmäßig. Eine finale Investitionsentscheidung ist bis Ende des Jahres 2019 vorgesehen. Der erfolgreiche Abschluss des Ausbaus und der Modernisierung der Produktionskapazitäten für Faserzellstoff am Standort Lenzing im 1. Halbjahr 2019 war ein weiterer Meilenstein der Rückwärtsintegration.

Transparenz vom Holz bis zur Kleidung

Um das Geschäft mit Fasern der Marke TENCEL zu unterstützen und sowohl für Modemarken als auch für Konsument/innen vollständige Transparenz und Rückverfolgbarkeit der Fasern bis zum fertigen Kleidungsstück zu gewährleisten, setzt Lenzing in Zukunft auf die Blockchain-Technologie und kündigte zu diesem Zweck im 2. Quartal 2019 eine Kooperation mit der Plattform des Technologieunternehmens TextileGenesis mit Sitz in Hongkong an. Lenzing wird in weiterer Folge mehrere Pilotprojekte mit Partnern entlang der gesamten Wertschöpfungskette umsetzen. Die Plattform wird voraussichtlich ab 2020 voll einsatzfähig sein.

Ambitionierte Klimaziele

Die Lenzing Gruppe will in den kommenden Jahren 100 Mio. € in Maßnahmen zur Energieeinsparung und weiteren Umstellung auf erneuerbare Energien sowie in neue Technologien investieren. Ziel der Klimastrategie ist es, die Nettoemissionen von Treibhausgasen bis 2050 auf Null zu reduzieren. Ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg, klimaneutral zu werden, wird das Jahr 2030 sein. Bis dahin verpflichtet sich Lenzing, die Emissionen pro Tonne Fasern und Zellstoff um 50 % im Vergleich zu 2017 zu senken.

Ausblick

In einem sehr angespannten Marktumfeld bei der Standardviscose mit Preisen auf historischen Tiefstständen geht die Lenzing Gruppe auf Basis aktueller Währungsverhältnisse weiterhin davon aus, dass das Ergebnis für 2019 in etwa auf dem Niveau von 2018 liegen wird.

Red./ Lenzing Gruppe

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