Wieviel Holz wird man künftig im Wald noch ernten können? Die Politik ringt um die Umsetzung der EU-Biodiversitätsstrategie, die zu heftigen Einschnitten führen könnte.
Wieviel Holz wird man künftig im Wald noch ernten können? Die Politik ringt um die Umsetzung der EU-Biodiversitätsstrategie, die zu heftigen Einschnitten führen könnte.
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Politisches Tauziehen um den Wald

28. November 2022
Das politische Tauziehen um den Wald geht weiter . Ende Oktober hatte die CDU/CSU-Fraktion im Bundestag eine Kleine Anfrage zur EU-Biodiversitätsstrategie an die Bundesregierung gestellt. Diese unterstützt nach eigenem Bekunden die EU-Biodiversitätsstrategie.

Die Unionsparteien äußern hingegen die Befürchtung, dass durch die Umsetzung der EU-Biodiversitätsstrategie der Bedarf an Holzimporten massiv steigen wird, was zu höheren Preisen beim Hausbau führe, dem Klima schade und Arbeitsplätze gefährde.

Weniger Holz

Die verfügbare Holzmenge wird also aller Wahrscheinlichkeit nach sinken. Gleichzeitig soll etwa im Wege des „New European Bauhaus“ die Holzverwendung gestärkt werden. In ihren Antworten auf die Fragen der Opposition erklärt die Bundesregierung, wie sie diesen Spagat hinbekommen will.

Auf die Frage nach den Auswirkungen der EU-Biodiversitätsstrategie auf die Holzversorgung in Deutschland und Europa erklärt die Bundesregierung, es können keine Aussagen zu quantitativen Auswirkungen getroffen werden. Das ist erstaunlich, da eine Studie des Thünen-Instituts genau dies tut. Sie sagt nämlich, dass der Holzeinschlag je nach Umsetzungsszenario der Biodiversitätsstrategie um bis zu 48 % einbrechen könnte. Immerhin wolle man die Einschätzungen des Thünen-Instituts berücksichtigen, um negative Verlagerungseffekte zu vermeiden.

Trotzdem mehr Holzbau?

Zum Fragenkomplex, wie man die Ausweisung von Schutzgebieten mit einer Verstärkung des Holzbaus unter einen Hut bringe, antwortet die Bundesregierung, dass es grundsätzlich Flächenkonkurrenzen gebe, die Erhaltung beziehungsweise die Erhöhung von Biodiversität im Wald eine nachhaltige Waldbewirtschaftung, inklusive Holznutzung jedoch nicht ausschließe.

Es werde auch weiterhin keine hundertprozentige Eigenversorgung mit Holz möglich sein, die Wälder in Deutschland sollen aber auch künftig für die Befriedigung des größten Teils der heimischen Holzversorgung zur Verfügung stehen. Die Auswirkungen der Klimakrise auf den Wald werden das inländische Holzaufkommen in Art (Baumarten) und Umfang (Mengen) langfristig beeinflussen.

Höhere Effizienz gefragt

Die Holzbauinitiative trage in dieser Situation mit dazu bei, die im Zuge des notwendigen Waldumbaus sowie durch weitere Schäden anfallenden Nadelholzmengen mit hoher Wertschöpfung sinnvoll zu verwenden. Mit dem Umbau zu klimaresilienteren und artenreicheren Mischwäldern werde absehbar weniger Nadelholz und mehr Laubholz nachwachsen. Das erfordere eine Transformation des Bauens mit Holz, hin zu einer verstärkten Laubholzverwendung im Holzbau.

Gleichzeitig gelte es, Holz möglichst effizient einzusetzen, nachhaltiges Bauen mit Holz sollte sich daher nicht ausschließlich auf die Verwendung von möglichst viel Holz pro Objekt ausgerichtet sein, sondern ebenfalls auf die Schaffung von möglichst vielen Gebäuden, Wohnraum oder Nutzfläche aus der eingesetzten Holzmenge.

Weiterführende Links

Quelle: CDU/CSU-Fraktion im Deutschen Bundestag