Holztransport

Platooning: Ziele nicht erreicht

Bearbeitet von Heinrich Höllerl

Nach 3,5 Jahren und einem Fördervolumen von 20 Mio. € ist Ende November das EU-Projekt „ENSEMBLE – Enabling Safe Multi-Brand Platooning for Europe“ ausgelaufen. Die Ergebnisse sind eher ernüchternd.

Unter einem Platoon versteht man in diesem Kontext ein Zug von mehreren Fahrzeugen, die über ein technisches Steuersystem, auch „elektronische Deichsel“ genannt, so verknüpft sind, dass nur das vorausfahrende Fahrzeug aktiv von einem Fahrer gelenkt werden muss. „Das Hauptziel des Ensemble-Projekts ist es, den Weg für die Einführung von Mehrmarken-Lkw-Platooning in Europa zu ebnen, um den Kraftstoffverbrauch, die Verkehrssicherheit und den Durchsatz zu verbessern“, hieß es auf der Internetseite der EU. Dies sollte durch das Fahren von sieben Lkw unterschiedlicher Marken in einem Platoon unter realen Verkehrsbedingungen demonstriert werden, so die Ankündigung. Am 23. September fand in Spanien die abschließende Demonstrationsfahrt auf den Autobahnen rund um Barcelona statt.

Doch offenbar sind die Einsparungseffekte bei weitem nicht so groß, wie man ursprünglich angenommen hatte. Im Rahmen eines anderen Platooning-Projektes auf bundesdeutscher Ebene hatte MAN 2019 ein Einsparpotenzial von 3-4% ermittelt – zu Anfang war das Unternehmen noch von 10% ausgegangen.

Schon Anfang 2019 hatte Daimler angekündigt, sich aus dem Versuchen zum Platooning zurückziehen zu wollen. Auch von den anderen großen Herstellern hört man von der erwarteten Revolution im Straßentransport schon länger nichts mehr. Die Bestrebungen gehen aktuell deutlich stärker in Richtung dem autonomen Fahren. Immerhin habe man aus dem Ensemble-Projekt wichtige Erfahrungen im Bereich der Car-to-Car-Kommunkation sammeln können, heißt es. Diese Erkenntnisse nutzt aber einstweilen wieder jeder Hersteller für sich.

H. Höllerl