Waldschutz

Plastikfreie Wälder: Waldputztag zieht positive Bilanz

Bearbeitet von Carolin Föste

Am 19. März fand der „Forest Cleanup Day“, auch „Waldputztag“, statt. Der Name war Programm – die Aktion hat viele Freiwillige angelockt, die die Wälder erfolgreich von Plastik befreit haben. Wird das Waldputzen zum forstlichen „Feiertag“?

In Anlehnung an das Teilprojekt zur Funktionalitätsprüfung und Ökobilanzierung abbaubarer Wuchshüllen für junge Forstpflanzen wurde der Waldputztag ins Leben gerufen. Mit dem Aufruf „Befreie deinen Wald vom Müll!“, vom Landeswaldverband Baden-Württemberg e.V. (LWV-BW), dem Projekt „TheForestCleanup“ der Hochschule für Forstwirtschaft Rottenburg und dem Cleanup Network e.V. trommelte der Waldputztag Forstleute, Studierende, Familien und weitere Freiwillige in den Wald und an die Müllsäcke.

Das Ergebnis war ein Aktionstag, der über die Landesgrenzen hinaus Aufmerksamkeit erregte. Nicht nur Baden-Württemberg hat mit angepackt.

Waldverschmutzung lockt über 1.000 Helfende an

Nachdem die Veranstalter sowie forstliche Verbände auf die Aktion aufmerksam gemacht und Müllsammel-Tipps gegeben haben, haben sich viele freiwillige Helfende in Baden-Württemberg, und sogar 1.000 Menschen deutschlandweit, zusammengefunden. Gemeinsam befreiten sie ihren Wald von Plastik und anderer Vermüllung.

Der Südwestrundfunk (SWR) berichtet über den Waldputztag, dass die Aktion nicht nur Anwohnerinnen und Anwohner für die Umweltverschmutzung sensibilisieren, sondern auch die Politik angesprochen werden sollte, die zu Gesprächen eingeladen war. Mehrere Tonnen Müll konnten so allein in Baden-Württemberg am Forest Cleanup Day aus dem Wald geholt werden.

Wälder von 10 t Müll befreit

Mehr als 10 t Müll konnten nach Angaben der Initiatoren durch den Waldputztag aus den Forsten beseitigt werden. Verpackungsmüll sowie Plastikflaschen seien überwiegend zusammengekommen. Gerade diese Produkte schaden der Natur besonders, da sich erdölbasiertes Plastik besonders schlecht zersetze. Mikroplastik und Abrieb von Müll, darunter auch Bauschutt und Reifen, können nicht gesammelt und so auch nicht mithilfe von Aktionstagen wie diesem entsorgt werden.

So geht es weiter nach dem ersten Waldputztag

Um den Plastikeintrag in die Wälder also zu verhindern, haben der Landeswaldverband und die Forschenden aus dem Projekt „TheForestCleanup“ Empfehlungen zusammengetragen. So wollen die Institutionen ein landesweites Monitoring etablieren, Diskussionen zwischen Ministerien, Waldbesitzenden und Verbänden anstoßen und ein Regelwerk für eine plastikfreie Waldbewirtschaftung erproben. Ziel sei eine Plastikreduktionsstrategie, die wissenschaftlich begleitet wird. Auch ein Zertifizierungssystem für „plastikarme“ und „plastikfreie“ Wälder sei denkbar.

Der Waldputztag, als Mittel bereits vorhandener Umweltverschmutzungen, soll auch im nächsten Jahr stattfinden. Mitmachen kann jeder – bundesweit.

Mit Material von: SWR, TheForestCleanup, LWV-BW