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Pilotanlage

Pilotanlage für Pellets aus Waldholz

Im April 2016 will die Firma German Contract (GC) am Standort Hattingen mit der Produktion von Pellets aus Waldresthölzern beginnen. Bislang konnte für Qualitätspellets der angestrebten Kategorie A1 kein Holz mit Rindenanteilen verwendet werden. Dass dies doch möglich ist und auch zu wirtschaftlichen Bedingungen, soll eine Pilotanlage beweisen. Dafür investiert die Tochter der Stadtwerke Neuss über 1,3 Mio. €, erläutert GC-Geschäftsführer Dirk Hunke. Der Standort befinde sich neben einer bestehenden Biogasanlage, deren Abwärme zum Trocknen dienen wird. Der Auftrag zur Erstellung der Pelletierstraße wurde vor wenigen Wochen an die Schweizer Firma Friedli AG vergeben, die wiederum Pressen des deutschen Herstellers Salmatec einsetzt. Große Bedeutung wird die Separationsanlage von Sesotec haben: Mittels optischer Sensoren sollen Rindenanteile erkannt und im Anschluss per Luftdruck herausgefiltert werden.Dieser Schritt ist notwendig, damit der Aschegehalt des fertigen Brennstoffs nicht zu hoch wird. Circa 4 000 t Pellets soll die Anlage pro Jahr produzieren: „Im Vergleich zu üblichen kommerziellen Anlagen, die jährlich 40.000 – 60.000 t herstellen, ist das eher klein. Aber wir wollen nur regionales Holz verarbeiten und die Pellets auch nur in einem Umkreis von 150 km vermarkten“, lautet das Statement von Hunke dazu. Wie teuer die Produktion wird, müsse sich noch zeigen. Das Rohmaterial sei zwar günstiger als bereits geschältes Holz, dafür sei aber der Verarbeitungsprozess deutlich aufwendiger. Entscheidend werde daneben sein, wie hoch der Anteil des aussortierten Materials ausfällt.Sollte sich die Herstellung lohnen, will German Contract die Technik vermarkten und weitere Anlagen vermieten. Neben Landwirten mit Biogasanlagen könnten so auch Forstunternehmer oder größere Forstbetriebe in die Pelletherstellung einsteigen.

Heinrich Höllerl

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