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Eignung verschiedener Provenienzen von Sitka-Fichte für den Anbau in Nordwestdeutschland

Quelle: Forstarchiv 85; 3, 75-83 (2014)
Autor(en): GOECKEDE J, GROTEHUSMANN H, RAU H

Kurzfassung: Im Jahr 1976 wurde von der Niedersächsischen Forstlichen Versuchsanstalt ein Herkunftsversuch mit 41 Provenienzen der Sitka-Fichte begründet, um weitergehende Informationen für ihren Anbau in Nordwestdeutschland zu gewinnen und die bestehenden Herkunftsempfehlungen zu überprüfen und zu ergänzen. Die Herkünfte wurden 1972 fast über das gesamte natürliche Verbreitungsgebiet entlang der nordamerikanischen Westküste im Rahmen eines internationalen IUFRO-Herkunftsversuches beerntet. Die Aufnahme 2006 umfasste quantitative (Überlebensrate, Höhe, BHD) und qualitative Merkmale (Ästigkeit, Ovalität des Stammquerschnittes, Wuchsform, Schäden). Die Auswertung der quantitativen Merkmale zeigte deutliche Unterschiede zwischen den Herkünften. Provenienzen aus dem Norden des Verbreitungsgebietes sowie aus den südlichsten Bereichen erbrachten weniger gute Wuchsleistungen als Provenienzen aus dem Bereich zwischen dem 45. bis 50. Breitengrad. Bei den qualitativen Merkmalen ergaben sich nicht so klare Unterschiede. Beinahe alle Herkünfte zeigten überwiegend befriedigende Qualitäten. Aufgrund der Ergebnisse empfehlen sich für den Anbau in Nordwestdeutschland Provenienzen aus dem Bereich Vancouver Island, Washington und Oregon. Die Herkünfte mit signifikant überlegener Volumenleistung je Hektar sind Port Renfrew (Vancouver Island), Naselle und Humptulips (Washington) sowie Astoria (Nord-Oregon). Die Betrachtung der Ergebnisse auf der Ebene von größeren, physiogeografisch ähnlichen Regionen mit mehreren Herkünften wie den von Campbell (1974) eingeführten Saatzonen für die nordamerikanische Westküste ergab, dass die Streuung der Merkmalswerte innerhalb dieser Zonen zu groß ist, als dass auf ihrer Basis Herkunftsempfehlungen ausgesprochen werden könnten. Die neuen Herkunftsempfehlungen für Niedersachsen und Schleswig-Holstein werden entsprechend angepasst.


Suitability of different Sitka spruce provenances for planting in north-west Germany

Abstract: In 1976 the Forest Research Institute of Lower Saxony established a provenance trial with 41 provenances of Sitka spruce from seed collected across almost the whole natural range of Sitka spruce along the west coast of North America as part of the 1972 IUFRO International Sitka Spruce Provenance Experiment. The aim of the provenance trial was to gain further information for the cultivation of Sitka spruce in north-west Germany and to review and supplement existing provenance recommendations. The 2006 survey assessed the quantitative (survival rate, height, DBH) and qualitative characteristics (e. g. branchiness, roundness of the bole, growth form, damage). The analysis of quantitative characteristics showed significant differences between the provenances. Provenances from the northern and southern regions of the natural range showed inferior growth performances compared to provenances from the region between 45° and 50° latitude north. The analysis of the qualitative features showed less significant differences. The quality of almost all provenances was sufficient. The results showed that Sitka spruce provenances from Vancouver Island, Washington and Oregon were best suited for cultivation in north-west Germany. Volume production per hectare was significantly higher in the Port Renfrew (Vancouver Island), Naselle and Humptulips (Washington), and Astoria (Nord-Oregon) provenances. Furthermore, after grouping all the provenances by affiliation into similar physiogeographic regions, which were established as seed zones for the North American west coast by Campbell 1974, analysis showed that the variance in growth characteristics within these seed zones was too large to permit the recommendation of provenances on this basis. Consequently, new provenance recommendations will be published for Lower Saxony and Schleswig-Holstein.

© DLV München

 

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