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Überprüfung der Rindenabzugswerte für Fichten-Stammholz in Baden-Württemberg

Quelle: Forstarchiv 87; 5, 162-169 (2016)
Autor(en): STÄNGLE S M, SAUTER U H, BRÜCHERT F, KÄNDLER G

Kurzfassung: Rindensabzugsfunktionen und -werte dienen dazu, aus in Rinde erhobenen Stammdurchmessern abrechnungsrelevante Durchmesser ohne Rinde abzuleiten. Die heute in Deutschland in der Praxis verwendeten Rindenabzugswerte basieren auf Messungen aus den 1970er-Jahren. Ziel dieser Studie war es, anhand neuer Messungen diese Rindenabzugswerte zu überprüfen und ihre Eignung für unterschiedliche Aushaltungsvarianten und Schaftteile zu untersuchen. Dazu wurde für 508 neu vermessene Fichtenstämme (Picea abies (L.) Karst.) und einen großen Datensatz aus den 1970er- Jahren der Zusammenhang zwischen Mittendurchmesser und Rindenstärke mit linearen Funktionen beschrieben und verglichen. Die Ergebnisse zeigen, dass die Lage der Durchmesser im Stamm im Rahmen der simulierten Varianten nur eine geringe Rolle spielt. Dies hat zur Folge, dass dieselbe Rindenabzugsfunktion für verschiedene Aushaltungsvarianten und Schaftteile, und damit sowohl für die manuelle Stammholzvermessung als auch die Vollerntervermessung angewandt werden könnte. Unterschiede in der Ausprägung der Rindenstärke zwischen verschiedenen Beständen innerhalb Baden-Württembergs waren nachweisbar, der Vorhersagefehler des Durchmessers ohne Rinde betrug meist aber weniger als 1 %. Die Ergebnisse dieser Studie zeigen eine geringere Rindenstärke als vor rund 40 Jahren, was eine Verschiebung der Klassengrenzen für zentimeterweise Rindenabzüge zur Folge hat. Eine Anwendung der neuen Klassengrenzen würde in Baden- Württemberg bei ähnlicher Einschlagsintensität und ähnlichen Sortimenten wie in den letzten fünf Jahren eine Erhöhung des Verkaufsvolumens von im Wald vermessenem Fichten-Stammholz um ca. 1,5 % bedeuten.


A review of bark deduction values for Norway spruce logs in Baden-Württemberg

Abstract: Bark thickness functions are used to predict inside-bark diameters of logs with outside-bark diameter measurements. The currently applied functions in Germany are based on measurements obtained in the 1970s. The objectives of this study were to review the currently used bark deduction values using new measurements and to test their suitability for different bucking patterns and stem segments. We describe the correlation between log mid diameter and double bark thickness with linear functions using data from 508 recently measured Norway spruce (Picea abies (L.) Karst.) trees and an extensive dataset from the 1970s and compared the results with each other. Results show that the position along the tree bole plays only a minor role for the tested bucking variants. This means that the same bark thickness function could be used for manual log measurements (which are typically used for long timber in Germany) and for harvester measurements (which usually produce logs of standard length). Differences in bark thickness development between different sample plots within the state of Baden-Württemberg could be observed, however, the prediction error of the log diameter inside bark was smaller than 1% in most cases. Results of this study show that bark thickness is smaller than about 40 years ago, which would mean a shift of the class boundaries for bark deduction values. Assuming a similar harvesting intensity and similar assortments as in the last five years, the application of the new class boundaries would mean an increase in sales volume of manually measured spruce logs by 1.5% for the state of Baden-Württemberg.

© DLV München

 

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