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Phantomdiskussion um Holzpellets

Holzpellets bestehen vollständig aus Holz, einem CO2-neutralen Energieträger und können daher nicht mit CO2-Zertifikaten belegt werden. Aus diesem Grund kann sich das Heizen mit Holzpellets auch nicht durch die Einführung eines Zertifikatesystems verteuern. Hierauf weist der Deutsche Energieholz- und Pellet-Verband (DEPV) anlässlich verschiedener Falschmeldungen zu diesem Thema hin.
 
Der geschäftsführende Vorsitzende des Verbandes Martin Bentele rät von der Einführung eines Zertifikatesystems für den Brennstoffhandel ab. Zum Umbau des Wärme- und Heizungsmarktes werde ein einfaches, effektives System und kein bürokratisches Ungetüm benötigt. Der DEPV-Vorsitzende sieht in der vom Bundesverband Erneuerbare Energie (BEE) konzipierten Erneuerbaren-Wärme-Prämie ein solches Modell, mit dem innerhalb von zehn Jahren und mit einem degressiven Ansatz die Energiewende bei der Beheizung von Gebäuden erreicht werden kann.
 
„Falls es zur Einführung von CO2-Zertifikaten für den Brennstoffhandel kommen sollte, würde dies den Preisvorteil von Holzpellets, der heute gegenüber Heizöl schon mehr als 40 % beträgt, weiter vergrößern“, sagte Martin Bentele am 30. Juni 2011 in Berlin. Im Juni 2011 lag der Pelletpreis (DEPV-Index) bei 225,07 €/t. Eine aus Pellets erzeugte Kilowattstunde Wärme kostet derzeit demnach 4,60 ct. Der aktuelle Heizölpreis ist mit 7,86 ct/kWh fast doppelt so teuer.
 
Deutschland ist nach den USA der weltweit größte Pelletproduzent. Im Jahr 2010 wurden 1,75 Mio. t Pellets hier produziert, von denen mangels ausreichenden Absatzes im Inland mehr als 500.000 t exportiert werden mussten. Etwa 85 % der Pellets wurden aus Sägeresthölzern hergestellt, der Rest aus nicht sägefähigen Rohholzsortimenten. 
DEPV

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