Newsletter
ABO
Zeitschriften
Service

Pfleiderer zum Geschäftsjahr 2010 und 1. Quartal 2011

Die Pfleiderer AG verzeichnete im Geschäftsjahr 2010 auf der Basis vorläufiger und ungeprüfter Zahlen einen Umsatzanstieg im Konzern von 8 % auf 1.493 Mio. € im Vergleich zum Vorjahr. Das Konzernergebnis nach Steuern (Ergebnisanteil Anteilseigner) war durch hohe außerordentliche Aufwendungen für Restrukturierung und Abschreibungen auf Beteiligungen und Firmenwerte belastet; es belief sich auf -723 Mio. € (2009: -69,8 Mio. €). Die Nettoverschuldung per 31. Dezember 2010 stieg auf 960 Mio. € im Vergleich zu 854 Mio. € am gleichen Vorjahresstichtag. 
Ergebnisfaktoren

Das operative Konzernergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) belief sich im Berichtszeitraum auf 92 Mio. €, im Vergleich zu 117,9 Mio. € im Geschäftsjahr 2009. Unter Berücksichtigung der Restrukturierungsaufwendungen reduzierte sich das EBITDA im Geschäftsjahr 2010 auf 40 Mio. € (Vorjahr 100,4 Mio. Euro).

Das Finanzergebnis war im Geschäftsjahr 2010 negativ bei -79 Mio. € nach einem Finanzergebnis von -48,8 Mio. € im Geschäftsjahr 2009. Der Anstieg resultierte im Wesentlichen aus höheren Finanzierungskosten sowie einer höheren Verschuldung.

Das Geschäftsjahr 2010 war – bei Pfleiderer wie auch in der gesamten Holzwerkstoffbranche – im Wesentlichen gekennzeichnet durch eine weiterhin unbefriedigende Kapazitätsauslastung, die Preisanpassungen verhinderte und den Konsolidierungsdruck verstärkte.

Ein weiterer wesentlicher Ergebnisfaktor des Geschäftsjahres war die negative Entwicklung der Einkaufspreise bei wichtigen Rohstoffen, die nicht durch höhere Verkaufspreise kompensiert werden konnte. Rohstoffkosten sind für 55 bis 60 % der Kosten von Pfleiderer verantwortlich. Die Einkaufspreise bei Holz stiegen in Westeuropa um 19 %, in Osteuropa um 31 % und in Nordamerika um 9 % im Vergleich zum Vorjahr. Eine vergleichbare Entwicklung gab es bei den Einkaufspreisen für Harz und Leim, die in Westeuropa um 17 %, in Osteuropa um 30 % und in Nordamerika um etwa 12 % gestiegen sind.

Die von Pfleiderer durch die Schließung von drei Standorten aktiv vorgenommenen Kapazitätsanpassungen, die einhergingen mit einer Marktkonsolidierung, zeigten im 1. Quartal des laufenden Geschäftsjahres erste Erfolge. So konnten u.a. durch höhere Auslastung die Margen verbessert werden.

Die vorläufigen und ungeprüften Ergebnisse des 1. Quartals 2011 zeigen auf Basis einer vor allem in Westeuropa verbesserten operativen Entwicklung einen Anstieg des Konzernumsatzes um rund 10 % auf 391 Mio. € im Vergleich zu 355,6 Mio. € im Vorjahreszeitraum. Das EBITDA (operatives Konzernergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen) belief sich auf 20 Mio. € nach 22,2 Mio. € im 1. Quartal des Vorjahres.

Restrukturierung

Die Umsetzung des Restrukturierungskonzepts soll dazu führen, dass Pfleiderer mittelfristig wieder Margen im zweistelligen Bereich erzielt und damit im Branchendurchschnitt der besten Wettbewerber agiert. Das Restrukturierungskonzept ist die Basis für die bereits am 12. Mai diesen Jahres bekannt gegebene Einigung mit den Gläubigern des Pfleiderer-Konzerns, die zu einem erheblichen Forderungsverzicht, der Bereitstellung eines weiteren Kreditrahmens und zur Beteiligung an einer Kapitalerhöhung bereits sind. Die Einigung steht allerdings unter dem Vorbehalt der Zustimmung der Hybridanleihegläubiger sowie der Aktionäre der Pfleiderer AG. Eine Versammlung für die Anleihegläubiger ist für den 20. Juni einberufen. Die Aktionäre sollen in einer außerordentlichen Hauptversammlung am 21. Juli 2011 über die entsprechenden Maßnahmen abstimmen. Erst danach kann ein Testat zum Abschluss 2010 erteilt werden.

Pfleiderer

Auch interessant

von