Der Pflanzplatzbohrer PPB 400 zentriert sich über einen langen Dorn, der hier schon im Boden steckt
Der Pflanzplatzbohrer PPB 400 zentriert sich über einen langen Dorn, der hier schon im Boden steckt
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Pflanzplatzbohrer von Schwanitz

14. September 2022

Vielleicht sagt Ihnen der Name Fabian Kirmaier etwas – das ist der Erfinder des Kirmag-Reisigrechens. Der hat jetzt einen schlauen Pflanzplatzbohrer ersonnen, für den er sich allerdings die Firma Schwanitz in Sinzheim als erfahrenen und potenten Vertriebspartner gesucht hat.

Das Funktionsprinzip dieses Geräts ist wahrhaftig nicht neu. Nach unseren Recherchen wurde Mitte der 1990er Jahre erstmals der sogenannte „Krümler“ am Ausleger eines Forwarders montiert. Wir haben zuletzt im Dezember 2021 über den „Pflanzquirl“ berichtet, den Victor Jäger am Bodensee seit über 15 Jahren einsetzt.

Flexibler Einsatz

Trotzdem steckt im 1950 € teuren PPB 400 ein interessanter neuer Denkansatz: Das Gerät wird nämlich nicht fest am Kran verschraubt, sondern besitzt mit seinem massiven Greifrohr und den darüberliegenden Zentrierbügel einfach eine Aufnahmemöglichkeit für den Greifer.

Das bringt gleich mehrere Vorteile: Zum einen bleibt meine Forstmaschine universell einsetzbar. Ich muss für die Pflanzaktionen keinen aufwendigen Umbau vornehmen. Zum anderen kann man den Bohrer auch während der Arbeit ganz unkompliziert kurz weglegen und hinderlichen Schlagabraum mit dem Greifer beseitigen. So lassen sich mit relativ wenig technischem Aufwand aufgelockerte Pflanzplätze ohne hinderlichen Begleitwuchs erstellen.

Je länger der Kranausleger, umso größer die Fläche, die so direkt von der Gasse aus bearbeitet werden kann. Einen stabilen Rotator sollte man allerdings schon haben, empfiehlt die Firma Schwanitz, denn das Werkzeug, das Löcher mit 40 cm Tiefe und 40 cm Durchmesser erzeugt, benötigt schon etwas Kraft.

Erster Test in Arnsberg

Das Forstliche Forstliches Bildungszentrum Arnsberg (FBZ) hat den Pflanzlochbohrer der Firma Schwanitz mit dem Forwarder John Deere 1210 G erprobt. Er hat sich dort unter einfachen Bedingungen bewährt. Einsatzschwerpunkt ist nach Ansicht des FBZ ist die Pflanzung größerer Laubholzsortimente. Die Gesamtkosten des Verfahrens mit einem Foewarder und zwei Pflanzern beträgt nach Berechnungen des FBZ bei einer Leistung von etwa 100 Pflanzen je Stunde rund 2,20 € je Pflanze.

H. Höllerl