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Das Baggergabel-Pflanzverfahren

Die Niedersächsischen Landesforsten haben in den letzten Jahren mit der Baggergabel-Pflanzung ein neues Pflanzverfahren eingeführt. Es kommt bei Pflanzen mit großem Wurzeln zum Einsatz, für die sich manuelle Pflanzgeräte nicht mehr eignen. Basismaschinen sind Kompaktbagger mit sechs bis acht Tonnen Eigengewicht.

Die Qualität des Saatgutes hat sich in den letzten Jahren laufend verbessert. Die Saatgutstellen reinigen die Samen optimal, testen ihre Keimfähigkeit und sortieren taube Samen aus. Weil das Saatgut dadurch immer hochwertiger wird und weil sich die Ausbeute erhöht, können die Forstbaumschulen die Saatabstände in der Reihe erweitern und fünf statt vier Saatreihen auf den Beeten anlegen. Das höhere Platzangebot führt wiederum zu größeren und stabileren Pflanzen, deren Wurzelvolumen erheblich zunimmt.

Große Wurzeln

Die heutigen 2 + 0 Laubholzsortimente in den Größen 50 – 80 oder 80 – 120 cm können daher oftmals nicht mehr sinnvoll mit Hohlspaten, der Rhodener Haue oder der Harzer Pflanzhaue gepflanzt werden. Man müsste die Wurzeln massiv einkürzen, reindrehen oder stauchen. Sie müssen aber so vollständig wie möglich erhalten bleiben, damit die Pflanze anwachsen kann.

Die Bäume brauchen also ein Pflanzverfahren, das ihrer Wurzellänge entspricht – und gleichzeitig für den Pflanzer ergonomisch günstig ist. Bei einer Wurzellänge von etwa 30 cm haben die manuellen Verfahren ihre Einsatzgrenze erreicht. Die Baggerpflanzgabel, die dieser Artikel vorstellt, schließt eine Lücke zur bekannten Baggerpflanzung, mit der speziell angezogenen Großpflanzen eingebracht werden.

Boden wird punktuell angedrückt

Die Baggergabelpflanzung geht zurück auf das Darmstädter Baggerpflanzverfahren mit dem Tharandter Pflanzspaten, den in den 1990er Jahren Dr. Fritsch in Tharandt entwickelt hat. Die Baggerpflanzgabel und das dazugehörige Arbeitsverfahren hat 2015 der Verfasser dieses Artikels entwickelt und seitdem in den Niedersächsischen Landesforsten (NLF) eingeführt. Mit der Pflanzgabel wird der Boden nur punktuell angedrückt bzw. verdichtet. Bei bindigen Böden ist das entscheidend, um die Durchlässigkeit für Luft und Wasser zu erhalten.

Die Pflanzgabel gibt es in mit vier Zinken für sandige, lockere Böden und mit mit drei Zinken für bindige und skelettreiche Böden.

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Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Forst & Technik 4/2020.

Eberhardt Guba

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