Holzenergie

Pelletproduktion erstmals über 3 Mio. t

Bearbeitet von Marc Kubatta-Große

Das Jahr 2020 markiert eine Trendwende für den Pelletmarkt in Deutschland. So habe man den europäischen Spitzenplatz bei der Pelletproduktion mit erstmals über 3 Mio. t weiter ausgebaut und auch am Heizungsmarkt gehe es deutlich aufwärts, berichtet der Deutsche Energieholz- und Pellet-Verband (DEPV).

Mit 61.850 neuen Pelletfeuerungen konnte der Absatz gegenüber dem Vorjahr um 78,5 % gesteigert werden. Damit waren in Deutschland Ende 2020 546.000 Anlagen in Betrieb. Ihren Beitrag zum Klimaschutz verdeutlicht die eingesparte CO2-Menge von 3,5 Mio. t. Durch die neue Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) rechnet man beim DEPV für 2021 mit einem weiteren Anstieg des Absatzes von 10 %.

Produktion und Verbrauch von Holzpellets in Deutschland

Der Produktionsrekord von erstmals über 3 Mio. t belegt sowohl die internationale Spitzenstellung Deutschlands bei der Erzeugung von Holzpresslingen als auch die wachsende Rolle, die Holzpellets hierzulande bei der Versorgung mit klimafreundlicher Wärme auch in zunehmendem Maße leisten können. Auf Basis bei der Holzverarbeitung anfallender heimischer Resthölzer wurden in Deutschland im Jahr 2020 3,10 Mio. t Holzpellets produziert. Im Vergleich zum Vorjahr (2,82 Mio. t) ist das eine Steigerung um fast 10 %. Der Verbrauch belief sich 2020 bundesweit auf 2,33 Mio. t. Knapp ein Viertel der deutschen Pelletproduktion (24,2 %) wird in Säcke abgefüllt und für Pelletkaminöfen hierzulande oder im europäischen Ausland genutzt. Der Exportüberschuss lag nach vorläufigen Zahlen bei 473.000 t.

Auch 2020 wurden mit 97,4 % fast alle Holzpellets in der Premiumklasse ENplus A1 hergestellt. Hauptrohstoff sind immer schon Holzspäne aus den Sägewerken (84,9 %), ergänzt um nicht sägefähiges Rundholz, dessen Anteil – schadholzbedingt – im letzten Jahr höher als sonst war. Für das laufende Jahr rechnet der DEPV mit einem moderaten Anstieg der Pelletproduktion auf 3,3 Mio. t.

Pelletfeuerungen in Deutschland plus 78,5 %

Mit 61.850 im Inland verkauften Pelletfeuerungen ist der Absatz deutlich erhöht und das Vorjahresergebnis (34.650) um 78,5 % übertroffen worden. Das war am deutschen Heizungsmarkt für alle Kesseltypen/Energieträger die höchste Zuwachsrate. Zugebaut wurden im Einzelnen 20.500 Pelletkaminöfen, 40.500 Pelletkessel und wasserführende Pelletkaminöfen mit einer Leistung bis 50 kW sowie 850 Kessel/Pellet-KWK-Anlagen größer 50 kW. Insgesamt wurden durch Pelletfeuerungen auf diese Weise bundesweit rd. 11,42 TWh Endenergie erzeugt. Das machte über 6 % der erneuerbaren Energien im Wärmesektor (rund 180 TWh) bzw. 1 % des gesamten Wärmeverbrauchs in Deutschland aus.

Pelletfeuerungen Pelletheizung
Grafik: DEPI

DEPV-Geschäftsführer Martin Bentele sieht mehrere Faktoren als Ursache für den erfreulichen Marktverlauf: „Niedrige Verkaufszahlen in den Vorjahren, neue attraktive Förderbedingungen sowie das zunehmende Interesse der Verbraucher kommen hier zusammen. Von einem Boom zu sprechen wäre jedoch fahrlässig – schließlich warten wir schon seit Jahren darauf, dass endlich Bewegung in den Wärmemarkt kommt.“ So seien die angekündigten und mit der CO2-Abgabe bereits vollzogenen Erschwernisse für das Heizen mit fossilen Brennstoffen, aber auch das zunehmende Interesse in Pandemiezeiten ins Eigenheim zu investieren weitere Gründe für die Marktbelebung. Die seit Jahresbeginn neue Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) sei der richtige Schritt zur Energiewende im Gebäudesektor.

Weitere Steigerung erwartet

Für das Jahr 2021 rechnet der DEPV mit einer weiteren Steigerung des Absatzes und der Zunahme des Zubaus an Pelletfeuerungen um gut 10 % auf rd. 70.000 Anlagen (gegenüber 62.000 Feuerungen 2020), davon etwa ein Drittel Pelletkaminöfen. Die Versorgung mit Pellets sei aufgrund des nachhaltigen Rohstoffangebots gesichert. Weitere neue Pelletwerke sind bereits in der Planung.

Stabiler Pelletpreis

Der Preis für Pellets war auch im Jahr 2020 wie gewohnt stabil und günstig – im Vergleich zum Vorjahr sogar niedriger. Im Jahresdurchschnitt zahlten Heizungsbetreiber für eine Tonne Pellets 237,28 €, was 4,75 ct/kWh entspricht. Das waren 5,55 % weniger als im Jahr 2019. Heizöl war in Deutschland 2020 im Schnitt mit 4,98 ct/kWh 4,8 % teurer als die Holzpresslinge, Gas mit durchschnittlich 6,23 ct/kWh 31,2 %.

Quelle: DEPV