Pelletpreise im Juli 2022
Der Preis für Holzpellets hat sich gegenüber dem Vorjahresmonat mehr als verdoppelt. Dennoch sind Pellets immer noch günstiger als fossile Brennstoffe.
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Pelletpreis über 500 Euro – Energiekrise treibt Nachfrage nach Pelletheizungen

22. Juli 2022

Die Unruhe an den Energiemärkten beeinflusst den Pelletmarkt weiter in nicht vorhersehbarem Ausmaß. Verbraucherverunsicherung und der auch durch die Politik motivierte Drang zur Bevorratung führt zu einer stark angestiegenen Nachfrage.

Das führe zusammen mit steigenden Rohstoff- und Produktionskosten im Juli zu einem weiteren Preissprung für Holzpellets. Wer aktuell keine Pellets benötigt, sollte diese Entwicklung nicht durch unnötige Bestellungen weiter anheizen, rät das Deutsche Pelletinstitut (DEPI).

Rekordproduktion kann Nachfrage nicht decken

Die Branche habe bereits lange vor dem Ukrainekrieg die Produktionskapazitäten kontinuierlich erhöht. Auch die über 1,75 Mio. t betragende, in dieser Höhe noch nie dagewesene Pelletproduktion im ersten Halbjahr 2022 könne jedoch den überhitzten Markt kaum beruhigen.

Die Versorgung von Neukunden und kritischer Infrastruktur stehe für die Pelletbranche an erster Stelle. Bestandskunden mit Restmengen im Lager müssen mit längeren Lieferzeiten rechnen, werden aber zur Heizsaison versorgt werden.

Über 500 Euro pro Tonne

Der Durchschnittspreis für Holzpellets in Deutschland liegt im Juli bei 507,83 Euro/t. Das sind 17,7 % mehr als im Vormonat und 125,5 % mehr als im Juli 2021 und entspricht 50,78 Cent/kg oder 10,16 Cent/kWh. Weiterhin bestehe ein deutlicher Preisvorteil zu den fossilen Energieträgern Heizöl und Erdgas von rund 33 %.

Durch die aktuellen Verwerfungen an den Energiemärkten könne auch eine Rekordproduktion nach der anderen bei dieser hohen Nachfrage nicht mehr preisdämpfend wirken, erklärt DEPI-Geschäftsführer Martin Bentele. In den letzten beiden Jahren seien Pellets zudem überdurchschnittlich günstig gewesen, was den Preissprung noch schmerzhafter ausfallen lasse.

Alle wollen Pelletfeuerungen

Die aktuelle Nachfrage nach Pelletfeuerungen ist so hoch wie noch nie. Das betrifft sowohl Pelletheizungen, die anders als in den zurückliegenden Jahren nun auch Gasheizungen ersetzen, als auch Pelletkaminöfen, deren Verkäufe als Ergänzung zur fossilen Heizung dieses Jahr eine sehr hohe Steigerung erfahren.

Pelletproduzenten reagieren schon seit geraumer Zeit mit Werkserweiterungen und Neubauten auf die wachsende Nachfrage. Eine Produktionsmenge von über 1,75 Mio. t wie in den ersten sechs Monaten des Jahres 2022 gab es noch nie in einem Halbjahr. Deutschland festigt damit seine Position als größter Pelletproduzent in Europa. Im laufenden Jahr ist der Export heimischer Ware zudem auf 11 % gesunken.

In den beiden ersten Quartelen 2022 wurde eine Rekordmenge Hoilzpellets produziert. Trotzdem kann das Angebot die hohe Nachfrage nicht decken.
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Pellets sind krisensicher

Die Pelletbranche setzt weiterhin auf ihre Stärken, nämlich die Veredelung von regionalen Reststoffen der Sägeindustrie zu einem klimafreundlichen Energieträger, betont Bentele. „Dass Pellets immer noch deutlich günstiger sind als fossile Brennstoffe, zeigt, dass das Konzept auch in Krisenzeiten funktioniert.“

Zur Sicherung der Versorgung arbeiten die Pelletproduzenten und -händler derzeit am Limit. Allerdings müssen sie wie auch andere Industriezweige stark gestiegene Rohstoffpreise und hohe Energiekosten bewältigen.

Regionalpreise

Beim Pelletpreis ergeben sich im Juli 2022 regional folgende Unterschiede (Abnahme 6 t): In Süddeutschland kosten Pellets 504,02 €/t. In der Mitte der Republik beträgt der Durchschnittspreis 505,38 €/t, in Nord-/Ostdeutschland 519,84 €/t.

Größere Mengen (26 t) werden im Juli 2021 zu folgenden Konditionen gehandelt: Süd: 490,83 €/t, Mitte: 483,95 €/t, Nord/Ost: 488,87 €/t (alle inkl. MwSt.).

Quelle: DEPI