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Pelletmarkt 2010: Große Mengen

Pelletmarkt 2010: Große Mengen, stabile Preise, aber Stau am Heizungsmarkt

Deutschland hat seine europaweite Führung bei der Produktion von Holzpellets ausgebaut.
Im Jahr 2010 wurden mit rd. 1,75 Mio. t so viele Pellets wie noch nie produziert – ein Plus zum Vorjahr von rd. 150000 t. Weltweit werden nur in den USA und in Kanada mehr Pellets hergestellt. Mangels Absatz am Heizungsmarkt werden in Deutschland jedoch nur rd. 1,2 Mio. t verbraucht. Knapp ein Drittel der deutschen Produktion wird wie auch schon 2009 exportiert.

Holzspäne und Hackschnitzel (Sägeresthölzer) stellten 2010 mit rund 85 % den größten Anteil des Ausgangsmaterials für Holzpellets dar. Nur ca. 15 % der Pellets wurden aus nicht sägefähigen Rundholzsortimenten produziert. Noch keine nennenswerte Rolle für die Pelletproduktion spielten Hölzer aus landwirtschaftlichen Kurzumtriebsplantagen.

Durch die hohe Pelletproduktion ist in Deutschland die Versorgung der Verbraucher gesichert. Der DEPV geht von 600 Firmen aus, die dem Verbraucher Holzpresslinge anbieten. Das große Angebot sorgt für konstante Preise. So lag der Durchschnittspreis für Holzpellets im Jahr 2010 bei 225 €/t. Die maximale Preisschwankung betrug 7,5 %. Ende 2010 waren Pellets rund 40 % günstiger als Heizöl.

Seit 2010 gibt es in Deutschland mit ENplus ein neues Qualitätszeichen. Anfang 2011 sind mehr als die Hälfte der in Deutschland verkauften Pellets nach ENplus zertifiziert und genügen somit sehr hohen Qualitätsstandards.

Der Deutsche Energieholz- und Pellet-Verband (DEPV) sieht in der hohen Produktion eine gute Grundlage für einen weiteren Ausbau von Pelletheizungen. „Mit einem Bestand von 140000 Pelletheizungen im Jahr 2010 wird am Wärmemarkt das Potenzial des erneuerbaren Energieträgers Holz längst nicht ausgeschöpft. Deutschland hinkt bei der Erfüllung der politischen Klimaschutzziele auf dem Wärmesektor deutlich hinterher“, sagte Martin Bentele, Geschäftsführer des DEPV.

Für 2011 geht der DEPV mit 1,8 Mio. t Produktionsmenge von einer Marktkonsolidierung aus. Dieser Trend gelte auch für die Produktionskapazität, die auf 2,7 Mio. t geschätzt wird. Schmerzhaft ist für die deutschen Pelletproduzenten der hohe Rohstoffpreis. So stieg der Preis für eine Tonne Holzspäne, dem Ausgangsprodukt von Holzpellets, im Laufe des Jahres 2010 um gut 20 % auf bis zu 115 €/t.

DEPV

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