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Ein Unternehmer poltert PEFC-zertifiziertes Holz

PEFC-Revision: Erfolg für die Forstunternehmer

Mitte Juli tagte in Berlin die große PEFC-Arbeitsgruppe, um im Zuge der PEFC-Revision erste Entscheidungen zu treffen.

Dabei haben die Vertreter der Forstunternehmer im Themenbereich „Sozio-ökonomische Funktionen der Wälder“ einige Forderungen durchsetzen können.

Zertifizierungspflicht für Unternehmer verschärft

Dazu gehört, dass in Zukunft im PEFC-Wald auch bei Kalamitäten zertifizierte Unternehmen eingesetzt werden müssen (PEFC-Standard 6.4). Das gilt vordergründig zwar nur für die mechanisierte Holzernte, bei der es Billiganbieter ohne Zertifikat in Zukunft also schwerer haben dürften. Aber auch für motormanuelle Arbeiten und die Rückung gibt es eine Lösung. Den Waldbesitzern obliegt in diesen Fällen zukünftig eine erhöhte Dokumentationspflicht – sprich: sie müssen die Erfüllung der Standards selbst prüfen und sich von den Unternehmen die nötigen Bescheinigungen besorgen. Die Hoffnung ist, dass sie sich diese Mühen sparen werden und doch auf ein Unternehmerzertifikat bestehen.

Die Ausnahme für Kleinstunternehmer bleibt allerdings bestehen: Betriebe, die nach § 19 UStG „Besteuerung der Kleinunternehmer“ keine Umsatzsteuer leisten, benötigen weiterhin kein Unternehmerzertifikat.

Nachweis der erforderlichen Qualifikation

Ein weiterer Punkt, der den Forstdienstleistern wichtig war, ist das Thema „Qualifikation“ (Leitfaden 8). Bei dieser Frage hatten sich das Kuratorium für Waldarbeit und Forsttechnik (KWF) und die Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau (SVLFG) dafür ausgesprochen, den Europäischen Motorsägenschein (ECC) in den PEFC-Standard aufzunehmen. Daraus wird nun auf Druck des Deutschen Forstunternehmer-Verbandes (DFUV) wohl nichts. Der neue Standard wird weiterhin nur die Ausbildung zum Forstwirt oder Maschinenführer bzw. eine langjährige Berufserfahrung vorschreiben.

Öffentlicher Konsultationsprozess

Endgültig beschlossen sind die genannten Punkte noch nicht. Die große Arbeitsgruppe ist zudem noch nicht mit allen Themen durch. Offen ist zum Beispiel im Bereich Forsttechnik, welche biologischen abbaubaren Öle PEFC in Zukunft anerkennen wird (PEFC-Standard 5.5 bzw. Leitfaden 8). Und auch die vom DFUV vorgeschlagene Einarbeitung des KWF-Merkblattes zur Ausschreibung von Forstarbeiten ist noch nicht geklärt.

Sobald diese und andere Entscheidung gefallen sind, gehen die umformulierten PEFC-Standards in den öffentlichen Konsultationsprozess. Er beginnt am 26. August mit einer öffentlichen Tagung in Berlin und läuft bis Oktober. Im Dezember will der Deutsche Forst-Zertifizierungsrat (DFZR)  die überarbeiteten PEFC-Standards  verabschieden und zur Anerkennung bei PEFC-International einreichen. Das kann allerdings bis November 2021 dauern.

Oliver Gabriel

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