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PEFC-Mitgliederversammlung 2011

PEFC-Mitgliederversammlung 2011

Zahlreiche Repräsentanten aus dem Cluster Forst und Holz sowie Politik, Verbänden und weiteren Interessengruppen waren zur diesjährigen Mitgliederversammlung von PEFC Deutschland e. V. am 5.7.2011 in die „PEFC-Waldhauptstadt“ Augsburg gekommen, um sich über die Weiterentwicklungen bei PEFC zu informieren. Der PEFC-Vorsitzende Frank v. Römer betonte in seiner Eröffnungsrede die anspruchsvolle Aufgabe, die Mitglieder und Stakeholder von PEFC Deutschland weiter zu einer positiven Grundhaltung zum System zu motivieren. Denn die neuen Herausforderungen für PEFC, wie etwa die Koalitionsvereinbarungen der baden-württembergischen und rheinland-pfälzischen Regierungen zur Zertifizierung der Staatswälder oder der Anspruch, die Bekanntheit des PEFC-Siegels beim Endverbraucher zu steigern, seien „nur mit einer breiten Unterstützung derjenigen, die das System PEFC tragen, zu bewältigen“.
Frank v. Römer hob darüber hinaus die Entwicklungen von PEFC im Bereich der Waldstandards sowie der Chain-of-Custody hervor: „PEFC ist das erste Waldzertifizierungssystem, das soziale Standards nicht nur für die Waldbewirtschaftung, sondern auch für die Unternehmen der Produktkette setzt – damit hat PEFC eine Vorreiterrolle übernommen!“ Auch gab er eine Entscheidung bekannt, die der Deutsche Forst-Zertifizierungsrat auf seiner Sitzung am Vormittag getroffen hatte: Der Wettbewerb „PEFC-Waldhauptstadt“ wird aufgrund des großen Erfolgs und des medialen Echos im nächsten Jahr fortgeführt.
Mehrere neue Mitglieder wurden von der Mitgliederversammlung aufgenommen. So wird Dr. Denny Ohnesorge die Arbeitsgemeinschaft Rohholzverbraucher sowie den Bundesverband der Säge- und Holzindustrie Deutschland (BSHD) bei PEFC vertreten. Die AGR ist damit erstmalig Mitglied bei PEFC Deutschland. Des Weiteren wurde Franz-Josef Risse als Nachfolger von Hans von der Goltz von der Arbeitsgemeinschaft Naturgemäße Waldwirtschaft gewählt. Als förderndes Mitglied von PEFC Deutschland e. V. – ohne Sitz im DFZR (Deutscher Forst-Zertifizierungsrat) – wurde die Holzring GmbH, vertreten durch Olaf Rützel, aufgenommen. Der neue Zertifizierungsrat, der noch am selben Tag zusammenkam, bestätigte zudem den alten Vorstand mit Frank v. Römer sowie Prof. Dr. Hans Köpp für weitere drei Jahre in seinem Amt.
Matthias Schwörer, Referatsleiter „Internationale Waldpolitik“ des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, hob in seinem Vortrag zur Beschaffungspolitik sowie zur Waldstrategie des Bundes hervor, dass „PEFC immer von großer Bedeutung für das BMELV war und ist“. In Bezug auf die jüngst fortgeschriebene Beschaffungsrichtlinie, die PEFC und FSC als Nachweise anerkennt, erklärte Schwörer, dass es die Zielsetzung der Bundesregierung sei, diesen Beschaffungsansatz mehr in die Breite zu bringen, d.h. auch Länder und Kommunen sowie auf EU-Ebene weitere Mitgliedsstaaten zur Nachahmung zu animieren. Denn immer noch seien diejenigen Mitgliedsstaaten mit einer aktiven Beschaffungspolitik in der Minderzahl.
Darüber hinaus verkündete Schwörer, dass sich die Waldstrategie auf der Zielgeraden befände und in den nächsten Wochen dem Bundeskabinett vorgelegt werden solle. PEFC und FSC würden in der Waldstrategie gleichrangig berücksichtigt und bei der Diskussion um Nachhaltigkeitskriterien für Biomasse als Bezugsbasis herangezogen werden. Nach Meinung von Schwörer sei die Waldstrategie in ihrer Art ein Novum und ein wichtiger Schritt für die Forstpolitik in Deutschland, zumal sie auch auf gleicher Augenhöhe mit der Biodiversitätsstrategie einzuordnen sei.
Schwörer ging in seinem Vortrag auch auf die EU-Holzhandelsverordnung ein, die im Dezember letzten Jahres verabschiedet worden war. Der Verordnung zufolge müssen Unternehmen, die Holz- oder Holzprodukte auf den europäischen Markt bringen, ab März 2013 obligatorisch Sorgfaltspflichtssysteme vorhalten – also ein Monitoring sowie Nachweissysteme, durch die sie die legale Herkunft des Holzes garantieren können. Wichtig sei es der Bundesregierung dabei, dass auf bereits vorhandenen Systemen aufgebaut werden kann sowie – bei der Risikobewertung – die Zertifizierung oder andere Legalitätsnachweise wie aus den FLEGT-Partnerschaftsabkommen berücksichtigt werden.
Thorsten Arndt, Head of Communications bei PEFC International, stellte in seinem Referat die Weiterentwicklung von PEFC auf globaler Ebene vor und verwies dabei auch auf internationale Studien, wie etwa jene von ITS Global, in denen PEFC jeweils besser als FSC bewertet wird. Auch bei den Kriterien der Beschaffungsstellen der Niederlande (TPAC) und Großbritannien (CPET) erreicht die PEFC-Zertifizierung mittlerweile durch die überarbeiteten Standards auf internationaler Ebene einen höheren Erfüllungsgrad. Zuletzt zeigt sich im WWF FCAG Assessment, welches auf Kriterien basiert, die WWF in Zusammenarbeit mit der Weltbank entwickelt hat, dass PEFC auch hier bei Kriterium 2 („Economic, ecological and equity dimensions of forest management“) mit dem neuen Standard alle zugrunde gelegten Kriterien erfüllt, was bei FSC nicht der Fall ist.
 

PEFC Deutschland e.V.

 
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