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Parketthersteller hoffen auf steigende Nachfrage

Der Anstieg der Parkettproduktion im ersten Quartal 2010 nährt die Hoffnung der Hersteller auf eine mittelfristige Entspannung der wirtschaftlichen Lage der Branche. Laut einer bei der Mitgliederversammlung des Verbandes der deutschen Parkettindustrie (vdp) am 20. April 2010 in Bad Honnef vorgestellten verbandsinternen Erhebung haben die Unternehmen im ersten Quartal 2010 über 11 % mehr produziert als im – allerdings sehr schwachen – Vorjahreszeitraum. „Das ist ein Hoffnungsschimmer für das sicher schwierige Jahr 2010“, erklärte der vdp-Vorsitzende Ralph Plessmann.

Neben sinkenden Exporten in wichtige europäische Märkte machte Plessmann die Kaufzurückhaltung im Inland dafür verantwortlich, dass 2009 der Parkettabsatz stark zurückgegangen ist: „Die ersten Anzeichen einer Konjunkturerholung und der überraschend robuste Arbeitsmarkt haben sich noch nicht in mehr Konsum bei dem hochwertigen Bodenbelag Parkett niedergeschlagen.“ Die Folgen der Finanzkrise haben die Parkettindustrie mit voller Wucht getroffen. Im Rahmen einer vdp-Konjunkturumfrage unter den 24 Mitgliedsfirmen meldeten die teilnehmenden Unternehmen für 2009 ein Umsatzminus von über 15 % gegenüber dem Vorjahr. Die Anzahl der Beschäftigten sank um 10 %, fast jeder zweite Betrieb hat derzeit Kurzarbeit angemeldet. 57 % ordneten die aktuelle Geschäftslage als „schlecht“ ein. Die Aussichten werden ebenfalls skeptisch eingeschätzt: Für 2010 prognostiziert eine Mehrheit gleichbleibende Geschäfte.

Parkett ist als Echtholz-Bodenbelag, der Räumen eine besondere Note verleiht, gerade bei anspruchsvollen Verbrauchern beliebt. Die zahlreichen Holzarten, Farbtöne und Bearbeitungsformen erlauben die Einbindung von Parkettböden in alle Einrichtungsarten und Wohnstile. Weil Parkett eine warme Ausstrahlung zugeschrieben wird, schafft es eine angenehme Atmosphäre und eine edle Raumwirkung.

Die in Folge der Wirtschaftskrise zurückgehende Nachfrage hat sich entsprechend in der Produktion niedergeschlagen. Nach der vdp-Quartalserhebung wurden 2009 von den Verbandsmitgliedern insgesamt 8,2 Millionen Quadratmeter Parkett hergestellt. Das war ein Minus von 12 % gegenüber dem Vorjahr. Dass in den ersten drei Monaten dieses Jahres 11 % mehr produziert wurde als im Vorjahresquartal, liegt vor allem daran, dass Landhausdielen (+23 %) und Parkettdielen (+28 %) verstärkt nachgefragt wurden. Der Gesamtproduktionswert der Parkett-Branche lag 2009 bei 231 Millionen Euro.

Zu schaffen macht der Parkett-Branche auch der Einbruch im Export, der laut Berechnungen des Statistischen Bundesamts 2009 insgesamt um 18 % nachgab. Auf wichtigen Auslandsmärkten sank in Folge der Finanzkrise die Nachfrage: So gingen die Lieferungen nach Spanien und Italien (jeweils -23 % gegenüber 2008) und Frank-reich (-18 % gegenüber 2008) erheblich zurück. Die Branche hofft nun darauf, dass bald im In- und Ausland eine Trendwende hin zu mehr privater Nachfrage erfolgt. „Parkett steht für gesundes und komfortables Wohnen. Wir setzen darauf, dass Neubau und Modernisierung bald wieder mehr Fahrt aufnehmen“, so Plessmann.
 

vdp

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