Papierrollen der Papierindustrie
Eine Drosselung der Erdgasversorgung auf 30%, bzw. ein völliger Versorgungsstopp würde die Papierproduktion in Deutschland stark beinträchtigen oder lahmlegen.
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Papierindustrie: Ohne Gas kommt es zu Produktionseinbrüchen

09. Juni 2022

Welche Bedeutung hat die Erdgasversorgung in Deutschland für die Papierindustrie? Dieser Frage ist DIE PAPIERINDUSTRIE e. V. in einer Umfrage nachgegangen.

Die Ergebnisse der Umfrage, die der Verein unter seinen Mitgliedern durchgeführt hat, zeigen, dass eine gedrosselte Erdgasversorgung um 30 % oder mehr die Papierproduktion in Deutschland beeinträchtigen oder sogar lahmlegen würde. Was wären die Folgen?

Papierindustrie hat keine Alternative zu Gas

„Eine Einschränkung der Gasversorgung würde unweigerlich zu Engpässen bei wichtigen Papierprodukten führen. Für die meisten Betriebe gibt es keine Alternative“, so Winfried Schaur, Präsident von DIE PAPIERINDUSTRIE. Weiterhin beschreibt er: „Papier ist zentral, um erhebliche Teile der kritischen Infrastruktur wie Ernährung, Medizin, Hygiene und Medien aufrechtzuerhalten.“ Das müsse die Politik bei allen künftigen Entscheidungen berücksichtigen, so der Verein.

Wird die Gasmenge auf 30 % reduziert, könnten der Umfrage nach nur noch 39 % der bisherigen Menge an Papier, Pappe und Karton produziert werden. Ein Lieferstopp würde die Papierproduktion auf nur noch 12 % der bisherigen Leistung reduzieren.

Was verändert sich in der Papierherstellung ohne Gas?

Das fehlende Gas könnte in den Papierfabriken dann zu einer Stopp-and-Go-Produktion führen. Das Geschehen sei nicht praxiserprobt. Auch seien die Papiersorten in ihrer Produktion unterschiedlich stark betroffen.

Grund für die auf Gasknappheit folgenden Einbrüche sei, dass nur wenige Papierhersteller auf andere Energieträger wie Kohle oder Öl oder andere Ersatzbrennstoffe zugreifen. Der Verein befürchtet, dass ein Stillstand der Produktionsabläufe den Papiermaschinen schaden würde. Vor allem würden jedoch Liefer- und Produktionsketten damit belastet werden.

Der Umfrage nach, seien in diesen Szenarien nicht nur die Papierhersteller selbst betroffen. Auch Zulieferern und Abnehmern der Papierindustrie könnten Engpässe bevorstehen – benachbarte Unternehmen, die die Prozesswärme der Papierfabriken nutzen, wären außerdem betroffen.

Quelle: DIE PAPIERINDUSTRIE e.V.