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Papierindustrie kritisiert EU-Verordnung zum illegalen Holzeinschlag

Die jüngste Entscheidung des Europäischen Parlaments zur Eindämmung illegalen Holzeinschlags geht aus Sicht der Deutschen Papierindustrie am Ziel vorbei. Dadurch, dass die sogenannte Sorgfaltspflicht-Verordnung weiterhin nur Holz und Zellstoff und nicht den Import von Druckerzeugnissen den Verpflichtungen unterwirft, bleiben Tür und Tor für den illegalen Holzeinschlag geöffnet. Beispielsweise können deutsche Kinderbücher, die in Asien hergestellt und gedruckt werden, weiterhin aus Holz aus illegalem Einschlag hergestellt werden, ohne dass die jüngsten EU-Regelungen greifen.
Die auf dem europäischen Markt verkauften Kinderbücher stammen zu rund einem Viertel aus chinesischen Importen. Umweltgruppen wie der WWF werfen China vor, einen hohen Anteil seines Holzbedarfes über Holz aus illegalem Holzeinschlag in Asien zu beziehen. Die EU-Verordnung erfasst jedoch keine Druckerzeugnisse.
Die europäische Papierindustrie hat bereits 2005 den „Code of Conduct against illegal logging“ verabschiedet und in allen Mitgliedsverbänden umgesetzt. Darin verpflichten sich alle europäischen Zellstoff und Papierfabriken freiwillig, kein Holz als Rohstoff einzusetzen, das aus illegalem Einschlag stammt. Entsprechende Monitoringberichte werden in Deutschland bereits erarbeitet.
 
vdp

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