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Ostwestfalen-Lippe: Gemeinsame Strategien für den Wald im Klimawandel

Ostwestfalen-Lippe: Gemeinsame Strategien für den Wald im Klimawandel

Das Regionalforstamt Ostwestfalen-Lippe war am 19. Mai zu seiner Dienstbesprechung bei der Forstabteilung des Landesverbandes Lippe zu Gast. Bei dem gemeinsamen forstfachlichen Austausch im Schloss Brake (Lemgo) standen u.a. folgende Themen auf der Tagesordnung: Wirtschaftliche Erwartungen an den Wald, steigende Ansprüche durch Freizeitsport, der Wald im Klimawandel. Themen, mit denen sowohl das Regionalforstamt Ostwestfalen-Lippe als auch die Forstabteilung des Landesverbandes Lippe täglich umgehen müssen. Ein regelmäßiger Erfahrungsaustausch hilft, die Weichen für die Zukunft richtig zu stellen, so die Erfahrung der letzten Jahre.
Das Regionalforstamt Ostwestfalen-Lippe ist als eines von 16 Forstämtern der Landesforstverwaltung (Wald und Holz NRW) zuständig für den Bereich des Regierungsbezirks Detmold (ohne die Kreise Paderborn und Höxter) und kümmert sich u.a. um die Betreuung der rund 15.000 Privatwaldbesitzer.
Der Landesverband Lippe ist mit rund 16.000 ha einer der bedeutendsten Waldbesitzer der Region. Diesen Waldbesitz pflegt und vermarktet der Landesverband Lippe mit seiner Forstabteilung.
Der fachliche Austausch wird hoch geschätzt 
Am Nachmittag führte der Gastgeber die Teilnehmer auf eine Exkursion in eines seiner 10 Forstreviere, in das Forstervier Kalletal. Anke Peithmann, Verbandsvorsteherin des Landesverbandes Lippe, begrüßte Andreas Wiebe, Leiter des Landesbetriebes Wald und Holz NRW, und die Kollegen aus dem Regionalforstamt unter der Leitung von Forstdirektor Franz Stockmann herzlich: „Der Landesbetrieb Wald und Holz NRW und der Landesverband Lippe mit seiner Forstabteilung arbeiten seit Jahrzehnten gewinnbringend und vertrauensvoll zusammen. Gerade auch im Bereich von anspruchsvollen Genehmigungsverfahren, sei es der Betrieb der Waldbühne am Hermannsdenkmal oder das Einrichten einer Downhill-Strecke, erweist sich der Landesbetrieb als verlässlicher und kompetenter Partner. Der fachliche Austausch im Bereich Waldpflege und Waldbewirtschaftung wird von beiden Seiten intensiv gepflegt und hoch geschätzt.“
Anke Peithmann stellte den Landesverband kurz vor: „Der Landesverband Lippe ist deutschlandweit ein Solitär: Er ist Sachwalter des ehemaligen Vermögens des Freistaates Lippe und nutzt selbst erwirtschaftete Einnahmen, um Kultur und Kultureinrichtungen in Lippe zu finanzieren und zu fördern.“ Der Forstbetrieb sei dafür ein wichtiges Standbein. Seine Mitarbeiter erwirtschaften auf rund 16.000 ha Wald mit einer naturnahen, nachhaltigen und ökologischen wie ökonomischen Ansprüchen gerecht werden Forstwirtschaft einen Überschuss von jährlich 2 bis 3 Mio. €, stellte sie heraus.
Andreas Wiebe berichtete über die erfolgreiche Arbeit von Wald und Holz NRW für die Waldbesitzer des Landes. „Wir haben 2014 über 1,5 Mio. Fm über Waldpflegemaßnahmen mobilisiert. Davon wurden 1,3 Mio. Fm zu besten Konditionen und unter fachkundiger und unabhängiger Aushaltung in regionale Absatzmärkte vermittelt. Das sind meiner Meinung nach beeindruckende Zahlen, die mehr über das intensive Engagement von Wald und Holz NRW für den Wald und die Waldbesitzerinnen und Waldbesitzer aussagen als manch hitzige Debatte.“ Ziel von Wald und Holz NRW sei die Bewirtschaftung stabiler und prosperierender Waldbestände: „Sie sind der Kern unserer gemeinsamen Mission ‚Wald‘: Nicht trotz, sondern durch die Waldbewirtschaftung sorgen die Forstfachleute in ganz NRW gemeinsam für Klimaschutz, saubere Luft, sauberes Wasser und für Artenreichtum.“
Heiko Schürmann von der Geschäftsstelle Forst bei Wald und Holz NRW erläuterte die neuen Förderrichtlinien für den Privat-und für Körperschaftswald. „Wir gehen davon aus, dass Land, Bund und EU rund 8 Mio. € für waldbauliche-und Naturschutzmaßnahmen, Wegebau und Bodenschutzkalkungen zur Verfügung stellen. Für die Förderrichtlinie ‚Holz 2015‘, die Bestandteil des NRW-Programms ‚Ländlicher Raum‘ ist, werden es voraussichtlich über 2 Mio. € sein.“ Schürmann kündigte zudem Erleichterungen bei der Auftragsvergabe oder vorzeitigem Maßnahmenbeginn an, zusätzlicher Aufwand könne im Hinblick auf Korruptionsvermeidung und Interessenkonflikte entstehen.
Forstdirektor Hans-Ulrich Braun, Leiter der Forstabteilung des Landesverbandes Lippe, vermittelte einen Überblick über die Organisation und die Erfolgszahlen des Landesverbands-Forstbetriebs, und führte die Kollegen anschließend zu einer Exkursion ins Forstrevier Kalletal. Hier stellte er die Buchenwirtschaft vor. Ein Besuch des FriedWalds Kalletal, den der Landesverband Lippe seit über zehn Jahren sehr erfolgreich mit der FriedWald GmbH betreibt, rundete das Exkursionsprogramm ab.
Landesverband Lippe

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