Auszubildende bauen Gatter
Forstwirt-Auszubildende stellen ein Hordengatter im Thüringer Forstamt Gehren auf.
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Offensive gegen Fachkräftemangel im Wald

11. Januar 2022

Bundesweit herrscht forstlicher Fachkräftemangel. Nachwuchs mit den gewünschten Qualifikationen sei dabei schwer zu finden. Zu den Ursachen zählen altersbedingte Personalabgänge sowie deutlich gestiegene Arbeitsumfänge, so das Thüringer Ministerium für Infrastruktur und Landwirtschaft (TMIL). Eine Ausbildungsoffensive in Thüringen soll diesem Umstand entgegenwirken und den zukünftigen Personalbedarf der Landesforstanstalt sichern.

„Der Klimawandel zeigt immer deutlicher seine Auswirkungen und überfordert mit seiner Rasanz vielerorts das Widerstandsvermögen unserer Wälder. Neben der akuten Schadensbewältigung besteht die zentrale Aufgabe im Forstbereich darin, multifunktionale und klimastabile Wälder zu entwickeln“, beschreibt Thüringens Forstministerin Susanna Karawanskij. „Um diese historische Herausforderung zu bewältigen, braucht es nicht nur gute Ideen und Konzepte, sondern auch mehr personelle Ressourcen. Deshalb haben wir gemeinsam mit ThüringenForst eine Ausbildungsoffensive zur Stabilisierung der Personalgewinnung für die Landesforstanstalt ins Leben gerufen. Damit setzen wir fort, was etwa mit der erfolgreichen Einführung des dualen Bachelor-Studiengangs an der Fachhochschule Erfurt begonnen wurde. Die nötigen finanziellen Rahmenbedingungen haben wir bereits geschaffen.“

Thüringen will in forstlichen Nachwuchs investieren

Die geplante Ausbildungsoffensive erstrecke sich neben dem klassischen Ausbildungsberuf „Forstwirt“ auch auf die Laufbahnausbildungen für den gehobenen und höheren Forstdienst, also die Qualifizierung insbesondere der zukünftigen Revierförsterinnen und -förster sowie der Beschäftigten in Leitungsfunktionen.

Die Ausbildungsinitiative umfasse verschiedene Bausteine. So werde die Zahl der Auszubildenden bei den Forstwirtinnen und Forstwirten („Waldarbeitern“) beispielsweise von bisher 15 auf künftig 24 Stellen pro Jahr und bei den Absolventinnen und Absolventen des gehobenen Fortdienstes (Revierförster) von bisher 12 auf 20 Stellen pro Jahr angehoben. Parallel seien Investitionen in die Ausbildungsstätten der Landesforstanstalt im zentralen Forstlichen Bildungszentrum in Gehren, aber auch in den Forstämtern nötig. Mit der Einführung eines dualen Bachelor-Studiengangs an der Fachhochschule Erfurt wurde bereits ein Schritt getan, um forstliche Nachwuchskräfte auszubilden und zu binden.

2,7 Mio. Euro für Wald und Ausbildungsoffensive

Die forstliche Ausbildung stelle auch einen Schwerpunkt der gesetzlich festgelegten Aufgaben von ThüringenForst dar. Bei der Erfüllung der weiteren Aufgaben der Landesforstanstalt werden nach Angaben des Ministeriums aufgrund der Ausbildungsoffensive jedoch keine Abstriche erfolgen.

Die Finanzzuführung des Landes zur Wahrnehmung hoheitlicher Aufgaben durch ThüringenForst werde im Jahr 2023 bei 30,2 Mio. Euro liegen und damit etwa 2,7 Mio. Euro höher sein als im Jahr 2022. In den Folgejahren erfolge außerdem eine laufende Anpassung an Tarifsteigerungen. Neben zahlreichen anderen Aufgaben werde aus dieser Zuführung die Ausbildung für alle Arbeitsebenen finanziert.

Quelle: TMIL

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