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Österreichische Bundesforste: Start für größtes Hochmoor-Projekt

Österreichische Bundesforste: Start für größtes Hochmoor-Projekt

Auf Initiative der Österreichischen Bundesforste (ÖBf) und des Landes Oberösterreich werden 77 Hochmoore zwischen Totem Gebirge, Dachstein und Wolfgangsee untersucht und einige mit baulichen Maßnahmen wieder in ihren ursprünglichen Zustand versetzt.

In den letzten Jahrhunderten sind viele Moore entwässert worden, um Weide-, Verkehrs- und Siedlungsflächen zu schaffen oder um Torf abzubauen. 90 % der Feuchtbiotope in Österreich gingen dabei verloren. Im Salzkammergut sind zahlreiche Moore erhalten geblieben, viele davon in gutem Zustand, jedoch nicht unbeeinflusst von Menschenhand. „Die Wiederherstellung der Moore im Inneren Salzkammergut ist unser bisher größtes Hochmoor-Renaturierungsprojekt“, so Georg Erlacher, Vorstandssprecher der Österreichischen Bundesforste. Die Österreichischen Bundesforste sind Projektträger gemeinsam mit dem Land Oberösterreich, das mehr als die Hälfte des Projektes finanziert. Zusätzliche Mittel wurden über EU-Förderungen aufgebracht. Das Projektvolumen beträgt 800000 EUR, das Projekt läuft über 5 Jahre.

Staudämme aus Lärchenholz

Ziel der Renaturierungsarbeiten ist die Wiederherstellung des Wasserhaushalts, um die Hochmoore vor dem Austrocknen zu schützen. Die Arbeiten werden in den Sommermonaten durchgeführt, wenn die Böden ausreichend begehbar sind. Zur Wiedervernässung der Moore werden Holzdämme aus Lärchenholz errichtet. Der Wasserabfluss soll so verlangsamt und der Wasserspiegel angehoben werden. Durch das Anheben des Wasserstandes wird das Torfmooswachstum angeregt. Durchgeführt werden die Arbeiten von Fachexperten der Bundesforste aus den Bereichen forstliche Dienstleistung, Naturraummanagement und Forsttechnik in Zusammenarbeit mit regionalen Unternehmen und dem Bildungszentrum Salzkammergut. Ende 2012 werden die technischen Arbeiten wie die Maßnahmen zur Wiedervernässung weitgehend abgeschlossen sein.

Wissenschaftliche Untersuchungen

Vor Beginn der Bauarbeiten wurden umfangreiche Untersuchungen durchgeführt. So wurden an einigen Mooren zoologischen Erhebungen vorgenommen, mit Hilfe von Laserscanning digitale Geländemodelle erstellt und über automatische Messpegel die Moorwasserstände gemessen. Wissenschaftlich begleitet wird das Projekt vom international renommierten Biologen und Moorexperten Gert Michael Steiner, Professor an der Universität Wien.

Die Österreichischen Bundesforste engagieren sich bereits seit knapp 20 Jahren aktiv für den Moorschutz. 1993 wurden alle ihre 474 Moore mit einer Gesamtfläche von 1700 ha unter Schutz gestellt. Seitdem wurden zahlreiche Renaturierungsprojekte umgesetzt.

ÖBf

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