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Österreichische Papierindustrie zum Produktionsjahr 2014

Österreichische Papierindustrie zum Produktionsjahr 2014

Auch im schwierigen Produktionsjahr 2014 ist die heimische Papierindustrie ein zuverlässiger Partner der österreichischen Forstwirtschaft geblieben. Insgesamt haben die Unternehmen – trotz Produktionsausfällen in einigen Zellstoff-Werken – wieder 8 Mio. Fm Holz zu hochwertigen Produkten verarbeitet. 
Durch gemeinsame Anstrengungen haben die Fabriken auch zusätzliche Holzmengen kurzfristig abgenommen, die im Sommer und Herbst durch regionale Schadensereignisse angefallen sind.
Für die österreichischen Zellstoffbetriebe war das Jahr 2014 von einigen Schwierigkeiten gekennzeichnet. Durch die Explosion eines Laugenkessels im größten österreichischen Zellstoffwerk in Pöls (Steiermark) reduzierte sich der Jahresholzeinsatz der Branche insgesamt um rund 4 %, verglichen mit 2013.
Zusätzlich war das abgelaufene Jahr für die Forstwirtschaft von regionalen Schadensereignissen geprägt, die kurzfristig große Holzmengen zur Folge hatten. Die Papierbranche stand hierbei vor der Herausforderung, die ungeplant angefallenen Mehrmengen rasch abzunehmen. Im Zusammenhang von Windwürfen und Eisbruch bewährte sich eine neu eingerichtete Task-Force zwischen den steirischen Waldeigentümervertretern und den Papierfabriken. Durch die Reduktion der Importmenge um fast 20 % gelang es den Betrieben, den Holzmehranfall zwischenzulagern und zu verarbeiten.
Dazu Alfred Heinzel, Präsident der Austropapier – Vereinigung der Österreichischen Papierindustrie: „Für die Papier- und Zellstoffindustrie hat Holz aus Österreich absoluten Vorrang. Eine zuverlässige und partnerschaftliche Zusammenarbeit mit der österreichischen Forstwirtschaft ist für uns deshalb sehr wichtig.“ Aber auch abseits von Schadensereignissen wünscht sich die Papierindustrie eine sichere, wettbewerbsfähige und langfristige Verfügbarkeit von Holz aus dem Inland, denn „die Importmengen liegen immer noch bei fast 3 Mio. Fm. Für uns ist das zusätzlich mit sehr hohen Transportkosten verbunden,“ fährt Heinzel weiter fort.
Spannungsfeld von stofflicher und thermischer Holznutzung

Die Holz einkaufenden Unternehmen der österreichischen Papierindustrie bezogen auch 2014 wieder rund 8 Mio. Fm Holz; davon waren 65 % aus dem Inland, 35 % mussten aus Importen gedeckt werden. Hintergrund des in den letzten Jahren gesunkenen Inlandsanteils ist das Spannungsfeld von stofflicher und thermischer Nutzung von Holz.
Die Papierindustrie fordert einen ressourcenschonenden Einsatz von Holz – die sogenannte kaskadische Nutzung: Die mehrfache Verwendung von Holz erzeugt 5 Mal mehr Wertschöpfung und 10 Mal mehr Arbeitsplätze, als die direkte Verbrennung von Holz. Erst am Ende der Kaskade, wenn die Holzfasern nicht mehr stofflich zu verwerten sind, sollte die darin enthaltene Energie genutzt werden. „Bestehende staatliche Anreizsysteme für die Verbrennung von Holz sind daher zu überdenken, wenn sie die hohe Wertschöpfung der Industrie massiv konterkarieren“, folgert Alfred Heinzel.
Austropapier

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