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Österreichische Bundesforste: Bilanz für 2013

Österreichische Bundesforste: Bilanz für 2013

Die Österreichischen Bundesforste (ÖBf) haben über ihre Betriebsleistungen im Jahr 2013 informiert. Vorstandssprecher Georg Erlacher: „Mit einer Steigerung des EGT um 25 % auf 23,4 Mio. € und einer Betriebsleistung über der des Vorjahres mit 238,4 Mio. € konnten wir trotz Hochwasserschadens ein sehr gutes Ergebnis erzielen. Es ist eines der besten in der Geschichte der Bundesforste seit Neugründung und zeigt, dass wir mit unserer Strategie des nachhaltigen Wachstums auf dem richtigen Weg sind.“
Das Jahrhundert-Hochwasser von Juni 2013 hatte bei den ÖBf Schäden in Höhe von rund 8 Mio. € verursacht. Bedingt durch das Hochwasser sind das EBIT auf 24,5 Mio. € und der Cashflow auf 30,3 Mio. € zurückgegangen, bleiben jedoch weiterhin auf hohem Niveau. Gleiches gilt für die Umsatzrendite, die mit 10,8 % sogar leicht über dem langjährigen Schnitt von 10,4 % zu liegen kam.
Positiv ausgewirkt auf das Ergebnis hat sich auch der rückläufige Schadholzanteil von nun 32 % an der gesamten Holzerntemenge.
Forst/Holz. Mit 150,7 Mio. € bzw. 63,3 % der Betriebsleistung weist das Kerngeschäft Forst/Holz wiederholt ein sehr gutes Ergebnis auf. Auch 2013 wurde das nachhaltige Holzernteziel mit 1,5 Mio. Efm eingehalten. Im Rahmen der Maßnahmen zur Prozessverbesserung und Kostensenkung konnten die Holzerntekosten weiter auf 25,00 €/Fm gesenkt werden. Die Nachfrage gestaltete sich in allen Sortimenten (Rundholz, Industrieholz, Biomasse) zufriedenstellend. Gut entwickelte sich die 2012 gestartete Internet-Holzauktionsplattform für Firmenkunden, die als neuer Vertriebskanal allen Interessenten unabhängig von Standort oder Unternehmensgröße einen direkten Zugang zu einem breiten Holzangebot ermöglicht. Jeden Monat findet eine Auktion statt, rund 150 User haben sich bisher registriert. Besonders Werthölzer und Spezialsortimente, die zusätzlich zum bestehenden Portfolio angeboten werden, sind stark nachgefragt.
Die Jagd verzeichnet ein Plus mit einer Betriebsleistung von 18,5 Mio. €. Die Wildschäden bleiben weiterhin eine Herausforderung, sodass in sensiblen Regionen einzelne Jagdgebiete zukünftig verstärkt in Eigenregie übernommen werden, um die Balance aus Wald und Wild sicherzustellen.
Immobilien. Der seit Jahren anhaltende Aufwärtstrend im Geschäftsbereich Immobilien konnte mit einem Plus von 2,6 % und einer Betriebsleistung von 39 Mio. € auch 2013 fortgesetzt werden. Insbesondere Baurechte erfreuen sich immer größerer Beliebtheit, sowohl im privaten als auch im gewerblichen Bereich. Die Erlöse konnten 2013 um 8 % gesteigert werden. Die Zuwächse im Tourismus liegen bei 6 %.
Dienstleistungen für Dritte. Die Nachfrage nach Dienstleistungen für Dritte von forstlicher Beratung über Waldbewirtschaftung bis zur Baumpflege ist 2013 erneut stark gestiegen. Das Geschäftsfeld weist eine Steigerung der Betriebsleistung um 19 % auf 2,5 Mio. € aus. Rund 14.000 ha Wald und Naturflächen werden von den Bundesforsten für private Besitzer bewirtschaftet. Aber auch die Baumpflege boomt. 2013 wurden mehr als 200 Baumpflege-Projekte in ganz Österreich durchgeführt. Aufgrund der hohen Nachfrage seitens der Kommunen, aber auch von Immobilien- und Hausverwaltungen wird das Geschäftsfeld weiter ausgebaut. Stark nachgefragt werden auch Beratungen im Bereich Forstwirtschaft und Naturraummanagement.
Erneuerbare Energie. Im jüngsten Geschäftsbereich der Bundesforste, dem Bereich Erneuerbare Energie, konnte 2013 das fünfte Kleinwasserkraftwerk der ÖBf in Hallstatt seinen Probebetrieb aufnehmen. Seine Eröffnung ist für Juli 2014 geplant. Das sechste Kleinwasserkraftwerk, das gemeinsam mit der Salzburg AG umgesetzt wird, liegt am Fritzbach in Salzburg und befindet sich im Bau.
Fischerei. Aufgrund der steigenden Nachfrage bauen die Bundesforste ihre Fischkulturen im Salzkammergut deutlich aus. In den nächsten zwei Jahren werden rund 3 Mio. € in den Bau neuer Teiche und Flussanlagen investiert. Langfristig sollen die Mengen von derzeit 80 t pro Jahr auf 240 t erhöht werden.
Waldbewirtschaftung. 2013 wurden über 11,2 Mio. € in den Wald investiert. Ein Großteil davon ging in Aufforstungen, aber auch in Pflege von Jungwäldern, Borkenkäferbekämpfung sowie Wild- und Weideschutz. Der Schadholzanteil hat sich nahezu normalisiert und liegt wieder auf einem vergleichsweise niedrigen Niveau von 32 %. Zum Vergleich: 2011 lag der Schadholzanteil noch bei 49 % der gesamten Holzerntemenge. In ihrer Waldbewirtschaftung tragen die Bundesforste dem Klimawandel bereits seit Jahren Rechnung. Dazu zählen etwa ein angepasster Baumarten-Mix und die Auswahl geeigneter Baumarten. So wurde 2013 der Anteil an Lärchen-Aufforstungen auf 37 % erhöht. Neben der Hauptbaumart Fichte (56 %) werden auch weitere Baumarten wie Tanne, Douglasie, Ahorn oder Erle gepflanzt. Im Osten des Landes bzw. in niederen Lagen werden Laubhölzer verstärkt an Bedeutung gewinnen (Naturverjüngung).
Dividende/Fruchtgenussentgelt.  Aus 2013 wurde erneut ein Beitrag von knapp 29 Mio. € aus Dividende und Fruchtgenussentgelt als Beitrag zum Bundesbudget geleistet. „Insgesamt haben wir seit der Neugründung mehr als 377 Mio. € für Österreich erwirtschaftet, wir sind damit ein Unternehmen der Republik, auf das man sich verlassen kann. Das ist angesichts von Wirtschaftskrise und – für uns mindestens ebenso ausschlaggebend – den Auswirkungen des Klimawandels nicht selbstverständlich“, so Finanzvorstand Georg Schöppl.
Ausblick 2014
Der Blick von Finanzvorstand Georg Schöppl in die Zukunft: „Den von uns seit Jahren eingeschlagenen Kurs eines nachhaltigen, organischen Wachstums werden wir auch 2014 fortsetzen. Oberstes Gebot ist dabei die Vereinbarung ökonomischer, ökologischer und gesellschaftlicher Ziele und die strategische Ausrichtung unseres Geschäfts auf Langfristigkeit. Der Umgang mit den Folgen des Klimawandels bleibt dabei eine der ganz großen Herausforderungen, die es zu managen gilt, weil wir uns für kommende Generationen verantwortlich fühlen. Das bedeutet weiterhin einen nachhaltigen Umgang mit unserem wertvollsten Kapital, den natürlichen Ressourcen, aber auch Effizienzsteigerung und Kostenoptimierung im Kernbereich Forst/Holz.“
Die Forcierung der nicht-forstlichen Bereiche werde für den langfristigen wirtschaftlichen Erfolg eine wichtige Rolle spielen.
„Nach dem Verlauf der ersten Monate gehen wir von einer positiven Entwicklung für 2014 aus, die das Jahr 2013 voraussichtlich noch übertreffen wird.“
Österreichische Bundesforste

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