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Österreichische Bundesforste mit Top-Ergebnis 2014

Österreichische Bundesforste mit Top-Ergebnis 2014

Trotz erneuter Wetterkapriolen konnten die Österreichischen Bundesforste (ÖBf) das Ergebnis im Geschäftsjahr 2014 wiederholt steigern. Der operative Gewinn (EBIT) stieg um 11 % auf 27,3 Mio. €, das EGT um 31 % auf 30,7 Mio. €. Die Betriebsleistung hält mit 234,6 Mio. € auf hohem Niveau. Mit 1,5 Mio. Efm wurde die nachhaltige Holzerntemenge wie im Vorjahr ausgeschöpft. Im Bereich Immobilien wurde erstmals ein Umsatz von über 40 Mio. € erzielt. Fortgesetzt wurde der Ausbau der Erneuerbaren Energie. Erweitert wurden die Fischkulturen im Salzkammergut.
  
Wetterkapriolen und regionale Unwetter haben auch 2014 den Wald in Mitleidenschaft gezogen. Die Schadholzmenge pendelte sich mit rund 35 % bzw. 531.000 Efm auf dem langjährigen Mittel ein. Die Schäden an forstlicher Infrastruktur (Forststraßen und Gebäude) schlugen mit rund 4 Mio. € zu Buche.
Georg Schöppl, Vorstand für Finanzen und Immobilien: „Umso erfreulicher ist es, dass wir dennoch ein Top-Ergebnis erzielen konnten, das zu den besten seit der Neugründung der Bundesforste zählt.“ Die Umsatzrendite stieg von 10,8 % auf 12,3 %, der Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit liegt mit 31,1 Mio. € auf hohem Niveau. Mit 32 Mio. € wird wieder einen deutlicher Beitrag zum Bundesbudget geleistet.
Kerngesundes Unternehmen
„Die Österreichischen Bundesforste sind ein kerngesundes Unternehmen, das auf einer soliden finanziellen Basis steht“, betont Rudolf Freidhager, der als ehemaliger Vorstandsvorsitzender der Bayerischen Staatsforsten mit 1. April d. J. die Nachfolge von Georg Erlacher als Vorstandssprecher und Vorstand für Forstwirtschaft und Naturschutz übernommen hat. „Neben dem Kerngeschäft werden wir den Ausbau der Wachstumsbereiche Immobilien, Erneuerbare Energie und Fischerei weiter vorantreiben und die Kosten- und Prozessoptimierung im Kernbereich Forst/Holz weiterhin forcieren“, wirft Freidhager einen Blick voraus.
Holzproduktion. Knapp die Hälfte des Gesamtumsatzes kommt aus der Holzproduktion, die gemeinsam mit dem Holzhandel, der Jagd und Fischerei das Kerngeschäft der Bundesforste darstellt. Die Betriebsleistung im Kernbereich Forst/Holz lag 2014 mit 142,6 Mio. € auf unverändert hohem Niveau, wobei 49,5 % aus der Holzproduktion und 11,4 % aus dem Holzhandel kommen. Bereits zum vierten Mal in Serie wurde das Holzernteziel erreicht und die nachhaltig verfügbare Holzerntemenge mit 1,528 Mio. Efm ausgeschöpft. „Geerntet wird nicht mehr als wieder nachwächst“, unterstreicht Rudolf Freidhager das Leitprinzip der nachhaltigen Waldbewirtschaftung. Die Holzerntekosten bleiben dank Prozessoptimierungen und Effizienzsteigerungen konstant niedrig bei durchschnittlich 25,4 €/Fm.
Jagd. Leicht gestiegen ist die Betriebsleistung im Geschäftsfeld Jagd mit 19,0 Mio. € (2013: 18,5 Mio. €), wenngleich regionaler Wildverbiss eine große Herausforderung bleibt.
Fischerei. Im Bereich Fischerei stehen die Zeichen auf Wachstum. Bis 2016 werden rund 3 Mio. € in die Errichtung neuer Bruthäuser und Teichanlagen im Salzkammergut investiert. Die jährliche Fischmenge soll bis 2019 von derzeit 40 t auf 240 t vervielfacht werden.
Immobilien. Der Bereich Immobilien verzeichnet seit Jahren ein kontinuierliches Wachstum. 2014 konnte eine Betriebsleistung von 40,6 Mio. € erzielt werden. Die Erlöse aus Baurechten legten erneut um 10 % zu.
Bodenressourcen. Erlös-Zuwächse waren auch im Bereich Bodenressourcen und Verwertung mineralischer Rohstoffe zu verzeichnen (+10 %).
 
Forstliche Dienstleistungen. Forstliche Beratung, forstliche Dienstleistungen und technische Naturraumplanung wurden auch 2014 wieder verstärkt nachgefragt. Die Betriebsleistung im Geschäftsfeld Dienstleistungen Inland ist um 12 % auf 2,8 Mio. € gestiegen. Aktuell bewirtschaften die Bundesforste über 15.000 ha Wald und Naturflächen für Dritte. Beratungsleistungen werden vorwiegend bei großen Naturraum- und Tourismus-Projekten wie der Errichtung von Mountainbike-Strecken, Naturlehrpfaden oder beim (Um)Bau von Skipisten und Wintersportanlagen nachgefragt.
Erneuerbare Energie. Dynamisch entwickelt sich der jüngste Geschäftsbereich Erneuerbare Energie. 2014 wurde das fünfte Kleinwasserkraftwerk der Bundesforste eröffnet. Die Stromerzeugung konnte damit um 34 % von 44 GWh auf 55 GWh gesteigert werden, das entspricht einer CO2-Ersparnis von 32.000 t jährlich, so Schöppl. Für 2015 sind zwei weitere Inbetriebnahmen geplant. Im Bereich Windkraft werden Potenzialanalysen durchgeführt.
Waldpflege. 2014 wurden wieder knapp 11 Mio. € in die Waldpflege investiert. Der größte Teil floss mit 3,2 Mio. € in Aufforstungen und mit 2,3 Mio. € in die Käferbekämpfung. Insgesamt wurden über 3 Mio. Jungbäume gepflanzt. Im Sinne der Artenvielfalt werden auch regional typische Baumarten wie Tannen und Zirben, aber auch die Douglasie als attraktive Wirtschaftsbaumart ausgebracht. Zukünftig soll noch stärker als bisher auf Naturverjüngung gesetzt werden, so Freidhager.
Freiwillige Naturschutzmaßnahmen. Neben Kooperationen und Projekten mit Umwelt- und Naturschutzorganisationen setzen die Bundesforste zahlreiche Naturschutzaktivitäten auf ihren Betriebsflächen. 2014 wurden mehr als 900 Einzelmaßnahmen durchgeführt, deren Bogen von Naturlehrpfaden über Vogelschutz und Moorprojekten bis hin zur Einrichtung von Biotopen reicht. Einen Schwerpunkt nimmt dabei die Wissensvermittlung ein: Im Rahmen des Naturvermittlungs-Programmes WILD.LIVE! wurde 2014 mit 17.000 Naturinteressierten ein neuer Besucherrekord verzeichnet.
Ein völlig neuartiges Forschungsprojekt wird seit Herbst 2014 in Zusammenarbeit mit der Technischen Universität (TU) Wien zur Erhebung des Wertes von Naturleistungen für die Gesellschaft durchgeführt. Erste Ergebnisse werden zu Jahresende 2015 vorliegen. Ziel ist es, Ökosystemleistungen durch eine ökonomische Bewertung sichtbar und dadurch deren Wert für die Gesellschaft bewusst zu machen.
Ausblick
„Die Bundesforste werden ihre Strategie eines organischen, nachhaltigen Wachstums weiter verfolgen“, so Rudolf Freidhager vorausblickend. Oberste Prämisse bleibt die Vereinbarkeit ökonomischer, ökologischer und gesellschaftlicher Ziele und die Langfristigkeit der Geschäftstätigkeit. Im Fokus werden der Ausbau der Wachstumsfelder Erneuerbare Energie, Immobilien und Fischerei stehen. Im Kerngeschäft Forst/Holz wird es darum gehen, die Kosten weiter zu optimieren und die Effizienz zu steigern.
Österreichische Bundesforste

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