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Österreichische Bundesforste: Herausragende Bilanz 2011

Österreichische Bundesforste: Herausragende Bilanz 2011

Im Jahr 2011 konnten die Österreichischen Bundesforste (ÖBf) das nachhaltigste Ergebnis seit ihrer Neugründung 1997 erzielen. Die Betriebsleistung stieg auf 226,1 Mio. EUR (2010: 219,8 Mio. EUR), das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit (EGT) lag mit 23,7 Mio. EUR deutlich über dem Vorjahr (2010: 15,9 Mio. EUR). „Im Sinne der Nachhaltigkeit haben wir“, erklärt Georg Erlacher, Vorstandssprecher der Österreichischen Bundesforste, „trotz des zufriedenstellenden Holzpreises die Erntemenge zurückgenommen und unser Ernteziel auf ein nachhaltiges Niveau gebracht.“ Auf das gute Ergebnis eingewirkt haben Maßnahmen zur Kostensenkung, Verkaufsoptimierung und Prozessverbesserungen etwa in der Holzernte sowie der Ausbau neuer Geschäftsfelder wie Immobilien, Dienstleistungen oder Erneuerbare Energie.

Umsatz. Hauptumsatzträger blieb der Bereich Forst/Holz mit einem Anteil von 70 % an der Betriebsleistung, rund 30 % kommen bereits aus nicht-forstlichen Bereichen wie Immobilien oder Dienstleistungen. Mit 226,1 Mio. EUR lag die Betriebsleistung um 6,3 Mio. EUR über der des Vorjahrs. Wie bisher hatte der Kernbereich Forst/Holz mit 136 Mio. EUR den größten Anteil daran (60,2 %). Das zweite wichtige Geschäftsfeld waren mit 35,6 Mio. EUR die Immobilien (15,7 %). Rund 10 % trugen die Dienstleistungen – wie etwa die Waldbewirtschaftung für Private oder die Baumpflege – mit 22,2 Mio. EUR bei. Jagd und Fischerei brachten 20,2 Mio. EUR (8,9 %).

Holzernte. Nach den durch Windwurf bedingten Mehrnutzungen der Vorjahre lag die Holzerntemenge 2011 wieder punktgenau auf dem nachhaltigen Holzernteziel von 1,5 Mio. Fm – und damit auf einem historisch niedrigen Niveau. Mit 1,52 Mio. Fm wurde der niedrigste Wert seit der Neugründung 1997 erreicht. „Wir entnehmen dem Wald nur so viel“, betont Erlacher, „wie wieder nachwächst. In den nächsten Jahren soll sich die Erntemenge auf einem nachhaltigen Niveau einpendeln.“ Deutlich zurückgegangen ist auch der Schadholzanteil, der nach folgenschweren Stürmen der vergangenen Jahre 2011 erstmals unter der Hälfte (49 %) lag.

Holzpreis. Zum guten Ergebnis beigetragen haben ein zufriedenstellender Holzpreis und vergleichsweise niedrige Holzerntekosten. Mit einem Durchschnittserlös von 73,8 EUR/Efm lag der Holzpreis merklich über dem Vorjahr (63 EUR/Efm). Die Holzerntekosten konnten aufgrund von Prozessoptimierungen weiter gesenkt werden und betrugen 2011 durchschnittlich 24,8 EUR/Efm (2010: 27,1 EUR/Efm).

Investitionen. Die Investitionen in den Wald von morgen werden fortgesetzt. Auch 2011 wurden wieder 13,2 Mio. EUR in Aufforstung und Waldpflegemaßnahmen investiert. Für 3,2 Mio. EUR wurden mehr als 3 Millionen Jungbäume gepflanzt, für Käferbekämpfung wurden 4,4 Mio. EUR ausgegeben. Die Auswahl der Baumarten richtet sich nach den Anforderungen des Klimawandels – Hitze, Trockenheit und Stürme setzen dem Wald zu. Gepflanzt werden vor allem Fichten, Tannen und vermehrt sturmresistente Lärchen.

Prozessoptimierung. Mit dem Nachhaltigkeitskonzept „Horizont 2020“, das 2011 in Umsetzung ging, haben die ÖBf Maßnahmen zur Prozessoptimierung gesetzt und ein Kostensenkungsprogramm gestartet. So wurde der Holzverkauf erstmals unternehmensweit einheitlich aufgestellt und der Holzernteprozess neu strukturiert. „Bereits heute können wir sagen“, so Erlacher, „dass unsere Maßnahmen wie die Senkung der Erntekosten durch Prozessverbesserungen oder auch die Verkaufsoptimierung greifen“.

Neue Geschäftsfelder. Seit Jahren gehen die Bundesforste neue Wege bei der Erschließung innovativer Geschäftsfelder, um auch zukünftig den wirtschaftlichen Erfolg zu sichern. Dazu zählt der Geschäftsbereich Immobilien, der sich seit der Neugründung verdreifacht hat. 2011 konnte vor allem im Tourismus ein Zuwachs verzeichnet werden. Ebenfalls im Wachstum befindet sich der Bereich Dienstleistungen bzw. Waldbewirtschaftung für Dritte. Derzeit bewirtschaften die ÖBf rund 11.800 ha für Private, das entspricht einer Steigerung gegenüber 2010 um rund 20 % (9.800 ha). Ausgebaut wurde das Angebot im Bereich Baumpflege, 2011 konnte vor allem im kommunalen Bereich eine verstärkte Nachfrage verzeichnet werden. Neben Forst/Holz, Immobilien und Dienstleistungen wurde der Bereich Erneuerbare Energie 2011 zur vierten Geschäftssäule aufgewertet. Die Aktivitäten konzentrieren sich auf Wasserkraft, Windkraft und Waldbiomasse. Derzeit sind vier Kleinwasserkraftwerke in Betrieb, weitere befinden sich in Planung.

Ausblick 2012

„Die Holzerntemenge“, blickt Erlacher voraus, „wird auch 2012 auf einem nachhaltigen Niveau bleiben. Unser Programm zur Kostensenkung und Prozessoptimierung werden wir konsequent fortsetzen.“ Die Aktivitäten in den Geschäftsbereichen Immobilien, Dienstleistungen und erneuerbare Energie werden ausgebaut. „Der Fokus für die kommenden Jahre liegt auf qualitativem Wachstum. Nachhaltigkeit bleibt das Leitprinzip der Bundesforste – wir denken und wirtschaften weniger in Quartalen oder Jahren, sondern – im Sinne einer bewahrenden Nutzung und mit Blick auf die nächsten Generationen – in Jahrzehnten“, so Georg Schöppl, ÖBf-Vorstand für Finanzen und Immobilien.

Österreichische Bundesforste

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