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Österreichische Bundesforste-Bilanz 2009

Österreichische Bundesforste-Bilanz 2009

2009 war ein Jahr der Herausforderungen für die Österreichischen Bundesforste (ÖBf): Nach den schweren Windwürfen 2007 und 2008 durch die Stürme Kyrill, Paula und Emma hatten die Bundesforste 2009 mit schwerem Borkenkäfer-Befall zu kämpfen. Hinzu kam die Wirtschaftskrise, die sich vor allem beim Holzabsatz sowie im Bereich der Beteiligungen auswirkte. Trotz all dieser Herausforderungen konnte ein positives Ergebnis für das abgelaufene Geschäftsjahr erwirtschaftet werden.

Die Windwürfe der vergangenen Jahre wurden zum Härtetest für die Österreichischen Bundesforste. Die Auswirkungen der Stürme bedeuteten eine enorme Belastung: So betrug der Schadholzanteil gleich 86 Prozent der gesamten Holzernte im Jahr 2009. Erfolgreich bestanden werden konnte diese Herausforderung durch die erfolgreiche Diversifizierung des Unternehmens – allen voran bei Immobilien und Dienstleistungen – ein überdurchschnittliches Engagement der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie effektive und innovative Lösungen bei den Aufarbeitungsaktivitäten und der Käferbekämpfung.
Stabile Zahlen trotz großer Herausforderungen
„Diese Umstände schlagen sich natürlich auch auf die Kosten nieder“, so Georg Erlacher, Vorstandssprecher der Österreichischen Bundesforste. „Neben den gestiegenen Holzernte-Kosten sind vor allem die Kosten für Waldpflegemaßnahmen stark gestiegen. Im Vergleich zu 2005 kam es hier zu einem Kostenanstieg von 6,6 Millionen Euro. Und das bei einem konjunkturbedingten, gleichzeitigen Fall der Durchschnittserlöse von 60,50 Euro pro Festmeter auf 55,70 Euro.“
Diese Entwicklungen zeichnen sich auch in der Betriebsleistung der Österreichischen Bundesforste ab. Sie sank 2009 aufgrund der schwierigen Rahmenbedingungen um 18,7 Prozent. Zu diesem Ergebnis beigetragen hat auch vor allem der Kernbereich Forst/Holz, wo ein Minus von 25,9 Prozent zu verzeichnen war.
Dem Trend der letzten Jahre folgend konnten neben den Bereichen Jagd/Fischerei und Immobilien, bei denen es zu einem leichten Anstieg kam, vor allem die Geschäftsfelder Dienstleistungen mit 24,2 Prozent sowie Immobilien mit 3,3 Prozent ein deutliches Plus verzeichnen. „2009 hat sich einmal mehr gezeigt, dass unsere gewählte Strategie der Diversifizierung in verschiedene Geschäftsfelder die richtige Entscheidung war“, so der für Finanzen zuständige ÖBf-Vorstand Georg Schöppl. 
An den Eigentümer, die Republik Österreich, führen die ÖBf für das Jahr 2009 zwei Millionen Euro Fruchtgenussentgelt und 20 Millionen an Dividende ab.
Weiterer Ausbau der Geschäftsfelder
„Gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten ist es wichtig, mehrere Standbeine und eine solide Basis zu haben. Genau das haben wir durch die Aufteilung in mehrere Geschäftsfelder geschaffen, und das macht sich jetzt bezahlt“, so Georg Schöppl. „Wir haben die erforderlichen Maßnahmen gesetzt, damit wir in diesen Segmenten auch in den nächsten Jahren weiter wachsen. Wir werden in Zukunft auf vier soliden Standbeinen – Forst/Holz, Immobilien, Dienstleistungen und den Erneuerbaren Energien – arbeiten.“
„Horizont 2020“: Konsequente Optimierung
Die Bundesforste haben sich unter dem Titel „Horizont 2020 – das Nachhaltigkeitskonzept“ mit einem neuen Unternehmenskonzept auch neue Ziele gesetzt: Für die Zukunft setzen die Bundesforste zusätzlich verstärkt auf den Bereich Erneuerbare Energien und investieren hier unter anderem in Biomasse-Kraftwerke, Wind- und Wasserkraft sowie Fotovoltaik-Technologien. Neben den Kosten im Bereich Holzernte sollen auch Prozess- und Logistikkosten im Kerngeschäft gesenkt werden. Auch die innerbetrieblichen Strukturen werden laufend weiter entwickelt und optimiert.
Schon für 2010 rechnen die Bundesforsten wieder mit deutlich besseren wirtschaftlichen Ergebnissen. Steigende Holzpreise bei gleichzeitiger Senkung der Erntekosten lassen auf eine gute Bilanz 2010 hoffen. Langfristig streben die ÖBf einen Ausbau der starken Position am Holzmarkt und des Wachstumskurses in den Bereichen Immobilien, Dienstleistungen und Erneuerbare Energie an.
ÖBf

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