Österreichs Landwirtschaftsminister Norbert Totschnig lud europäische Ländervertreter und Stakeholder-Organisationen zum ersten Treffen der neuen Holzpolitikplattform „woodPoP“ nach Innsbruck ein.
Österreichs Landwirtschaftsminister Norbert Totschnig lud europäische Ländervertreter und Stakeholder-Organisationen zum ersten Treffen der neuen Holzpolitikplattform „woodPoP“ nach Innsbruck ein.
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Österreich will grenzüberschreitende Forstpolitik forcieren

10. Dezember 2022
Der österreichische Landwirtschaftsminister Norbert Totschnig lud europäische Ländervertreter und Stakeholder-Organisationen zum ersten Treffen der neuen Holzpolitikplattform „woodPoP“ nach Innsbruck ein.

„Forstpolitik ist Politik für die Zukunft! Denn eine nachhaltige Waldbewirtschaftung ist aktiver Klimaschutz und die erneuerbare Ressource Holz bietet großes Potenzial. Darum habe ich zum ersten Treffen der neuen Holzpolitikplattform „woodPop“ nach Innsbruck eingeladen, um die überregionale Holzpolitik weiter zu stärken“, betonte Bundesminister Norbert Totschnig im Rahmen der Veranstaltung.

Dort gab er zusammen mit 50 hochrangigen Expertinnen und Experten aus 17 europäischen Ländern sowie 16 Stakeholder-Organisationen der Startschuss zur Etablierung der „European Wood Policy Platform“.

Länderübergreifende Zusammenarbeit forcieren

Seit dem Russischen Angriffskrieg in der Ukraine sei das Thema Versorgungssicherheit und Energieverfügbarkeit in den Fokus gerückt. Derzeit arbeiten viele Staaten an der Unabhängigkeit von fossilen Ressourcen und konzentrieren sich verstärkt auf die regionale Versorgungssicherheit durch Holzverwendung.

Mit der Österreichischen Holzinitiative im Rahmen des Waldfonds gehören man in diesem Bereich zu den internationalen Vorreitern. Auch Finnland verfüge über ein umfassendes Holzbauprogramm, so Totschnig. Er verwies darauf, dass Österreich und Finnland im Rahmen von woodPoP die länderübergreifende fachliche Zusammenarbeit forcieren wollen.

Die Plattform sei europaweit und sogar global die einzige ihrer Art. Nachhaltige Waldbewirtschaftung und eine Stärkung der Wertschöpfungskette Holz sei gerade in Zeiten von Krisen und Klimawandel ein Kraftakt, der nur gemeinsam gelingen könne. Durch die Bündelung regionalen Wissens und die Intensivierung des holzpolitischen Austausches in Europa könne man Synergien bestmöglich nutzen.

Fünf Schwerpunkte

Im Rahmen des Treffens wurde der „WOODPOP CALL on upscaling wood policy cooperation in Europe“ vorgestellt. Dieser gemeinsame politische Aufruf mit fünf Schwerpunkten fand breite Unterstützung bei Ländervertretern und Stakeholder-Organisationen:

  • Einrichtung einer holzbasierten politischen Dialogplattform über die nachhaltige Produktion und Verwendung von Holz und seinen Beitrag zu einer innovativen Bioökonomie.
  • Zusammenarbeit und gemeinsame Aktivitäten in holzbezogenen Angelegenheiten sowie der effektiven Entwicklung und Umsetzung der Holzpolitik in der europäischen Region.
  • Mehrwert von Holz, Holzwerkstoffen und insbesondere langlebigen Holzprodukten aus nachhaltiger Waldbewirtschaftung als wesentliche Treiber für inklusives grünes Wachstum, Beitrag zum Klimaschutz und Reduzierung der Treibhausgasemissionen.
  • Gemeinsame Betonung der zahlreichen Vorteile multifunktionaler Wälder, um die Holznutzung als naturbasierte Lösung, sowie ihr Klimaschutz- und Anpassungspotenzial zu fördern.
  • Fachwissen des forstbasierten Sektors in Europa als Schlüsselfaktor für die Entwicklung effizienter, zukunftsorientierter holzbasierter Lösungswege nützen.

Umsetzung soll 2023 starten

2023 soll die operativen Umsetzung der Plattform-Aktivitäten starten und ein weiterer Austausch mit Expertinnen und Experten zu spezifischen holzpolitischen Themenschwerpunkten (z.B. Holzbau, Förderprogramme) stattfinden. Auf der Website www.woodpop.eu werden demnächst weitere Informationen verfügbar sein.

Quelle: BML