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Der Forest Stewardship Council FSC ist eine internationale, gemeinnützige Organisation

Österreich: Waldbesitzer lehnen FSC-Waldstandard ab

Die Vertretung der österreichischen Waldbesitzer wehrt sich in einem offenen Brief gegen ein Konsultationsverfahren zu einem FSC Interim National Standard für Österreich. Es gebe keine Notwendigkeit, einen eigenen Waldstandard für Österreich einzuführen, betonen die Waldbesitzer.

Verbände lehnen FSC-Konzept ab

Die Firma GFA-Certification habe im Auftrag des FSC im Februar ein Konsultationsverfahren zu einem FSC Interim National Standard für Österreich gestartet. Die Vertretung der Waldbesitzer betonte daraufhin in einem offenen Brief, unterzeichnet von der Landwirtschaftskammer Österreich, den Land&Forst Betrieben Österreich und dem Waldverband Österreich, dass man das FSC-Konzept aus mehreren Gründen ablehne. Man sehe auch keine Notwendigkeit, einen eigenen Waldstandard für Österreich einzuführen. Mit PEFC gebe es ohnehin ein funktionierendes Wald- und Holzzertifizierungssystem, das für europäische und damit auch für österreichische Verhältnisse bestens geeignet sei.

„FSC unterwandert geltende Gesetze“

Das FSC-Zertifizierungssystem verfolge den Ansatz der Segregation in der Waldbewirtschaftung. Damit müssten nennenswerte Forstflächen aus der Bewirtschaftung genommen werden, um aus Sicht des FSC nachhaltig zu sein. Jede Außernutzungstellung erhöhe aber den Nutzungsdruck auf die verbleibenden Flächen. In Europa und Österreich verfolgen die Waldbesitzer jedoch eine multifunktionale und nachhaltige Waldbewirtschaftung. Diese erbringe die wesentlichen Ökosystemdienstleistungen auf möglichst der gesamten Waldfläche. Der FSC als selbst ernannte gesetzgebende Kraft unterwandere zudem die durch demokratische Prozesse legitimierte Gesetzgebung und deren Kontrolle. Aus diesen Gründen lehne man das FSC-Konzept grundsätzlich ab.

„FSC teuer und ohne Mehrwert“

In den Jahren 2016 bis 2017 wurde vom FSC Deutschland eine sogenannte „FSC-Risikobewertung für Österreich“ in Form eines Anhörungsprozesses durchgeführt. Der österreichischen Waldbewirtschaftung sei dabei ein gutes Zeugnis ausgestellt worden. Die gesetzliche forstliche Interessenvertretung habe sich in diesen Prozess eingebracht. Dies sehe man als völlig ausreichend an, es bestehe kein Bedarf an einem eigenen Waldstandard für Österreich, betonen die Waldbesitzer. Jedes Ergebnis aus dem Konsultationsprozess sei als eine Sammlung von Einzelmeinungen zu werten, könne aber die notwendige akkordierte Meinungsbildung über den Weg der gesetzlichen und freiwilligen forstlichen Interessenvertretungen in Österreich nicht ersetzen. Der ‚FSC-Waldstandard für Österreich‘ werde daher von den forstlichen Interessenvertretungen nicht anerkannt werden, heißt es in dem Brief. FSC sei ein enorm kostentreibendes Zertifizierungssystem ohne ökonomischen, sozioökonomischen oder ökologischen Mehrwert in Österreich.

„Holz aus Österreich nicht diskriminieren“

„Die österreichischen Waldbesitzer bekennen sich zu PEFC als für europäische Verhältnisse bestgeeignetes Wald- und Holzzertifizierungssystem. FSC International wird hiermit aufgefordert, PEFC-zertifiziertes Rundholz als zertifizierte Ware in der Holzverarbeitungskette anzuerkennen. Alles andere wäre ein Fortsetzen der Diskriminierung von Holz aus heimischen Wäldern“, heißt es abschließend in dem offenen Brief.

Dipl.-Ing. Thomas Leitner, LK Österrsich

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