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Österreich: Überarbeitete FHP-Richtlinie zur Gewichtsvermessung von Industrierundholz

Die Arbeitsgruppe „Werksübernahme von Industrierundholz“ des österreichischen Kooperationsabkommens FHP (Forst Holz Papier) hat in den letzten zwei Jahren die Richtlinien zur Gewichtsvermessung von Industrierundholz überarbeitet. Die Richtlinie ist mit 1. Januar 2015 in Kraft getreten.
Das grundlegende Prinzip der Gewichtsvermessung wurde dabei bestätigt. Neu ist lediglich, dass Begriffe, Bezeichnungen und Prozesse nunmehr klar definiert sind.
Mitglieder des Arbeitskreises sind Vertreter der Verbände (Forstwirtschaft, Sägeindustrie, Papier- und Plattenindustrie), Experten der Forstwirtschaft (Österreichische Bundesforste, Großbetriebe, Landes-Landwirtschaftskammern, Waldverbände), der Sägeindustrie sowie der Papier- und Plattenindustrie. Die Arbeitsgruppe wurde durch den Experten Dr. Michael Golser, Holzforschung Austria (HFA), fachlich unterstützt.
Ergebnisse der Überarbeitung
• Ein Ziel der Überarbeitung war die klare Definition der Begriffe und Bezeichnungen, der qualitativen Anforderungen an das Übernahmepersonal, der Abstimmung mit dem Eichgesetz, der Verfahrensschritte, der Verfahrensanweisungen und der Protokollierung der Ergebnisse. Durch diese klaren Regelungen sind – im Sinne einer größtmöglichen Transparenz – eine Nachvollziehbarkeit und Kontrolle der Übernahme im Nachhinein gut möglich. Der Kontrolldienst durch die Holzforschung Austria bleibt in bewährter Form bestehen und wird nun auf Basis der neuen Richtlinie durchgeführt.
• Ein weiteres Ziel der Überarbeitung war die Konzentration auf den Ablauf der Gewichtsvermessung. Die neue FHP-Richtlinie bleibt auch in diesem Bereich gänzlich unverändert und weicht nicht vom grundlegenden Prinzip der Gewichtsvermessung ab. Neu definiert wurde dabei nur jener Prozess, welcher nach klaren Regeln vom Frischgewicht einer Holzlieferung zu einem Atro-Gewicht (absolut trocken) als anerkanntes Abrechnungsmaß führt.
• Bewusst wurden die Umrechnungsfaktoren vom Atro-Gewicht auf Volumen laut Österreichische Holzhandelsusancen (ÖHU) nur mehr im Annex der Richtlinie angeführt, weil sie für eine richtliniengemäße Gewichtsvermessung nicht relevant sind. Industrierundholz wird in Abstimmung mit den Marktpartnern nach mehr Vergleichbarkeit – von den Verbrauchern (Papier, Platte und auch Biomasse) generell gewichtsvermessen und als Atrotonne verrechnet. Die für die Forstwirtschaft aus statistischen (Holzeinschlag, Bilanzierung Hiebssatz, Kostenrechnung usw.) und abrechnungstechnischen (Dienstleister, Akkorde) Gründen notwendige Umrechnung auf den Festmeter erfolgt nun auf der Ebene des Forstbetriebes. Dort werden in der Regel die ÖHU-Umrechnungsfaktoren für die einzelnen Holzarten verwendet.
Mehr Vertrauen zwischen Forstwirtschaft und Industrie
Seit Anfang der 1980er Jahre wird in Österreich die Gewichtsvermessung von Industrierundholz erfolgreich als Vermessungsstandard angewendet. Die Basis dafür wurde schon im Kooperationsabkommen FPP (Forst/Platte/Papier) definiert. Die letztgültige FPP-Richtlinie stammte aus dem Jahr 1994.
„Diese neue FHP-Richtlinie zur Gewichtsvermessung von Industrierundholz mit ihren klaren Definitionen und transparenter Kontrollmöglichkeit fördert das Vertrauen zwischen der Forstwirtschaft und der Industrie“, betont der Vorsitzende der FHP-Arbeitsgruppe Werksübernahme von Industrierundholz, DI Ernst Kastner.
Das Kooperationsabkommen FHP (Forst Holz Papier) repräsentiert 300.000 Arbeitsplätze und 172.000 Familienunternehmen in Österreich. Mit einem Produktionswert von 12 Mrd. € und einem Exportüberschuss von 3,5 Mrd. € ist der Holzsektor die zweitwichtigste Wirtschaftsbranche in Österreich. FHP ist als nationale Branchenplattform in Europa einzigartig.
FHP

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