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Österreich: Traktorblockade gegen Rundholz-Importe

Der Niederösterreichische Bauernbund hat am 18. Juli gegen die Holz-Importe auf der Straße mobil gemacht: Im Zuge einer Protestkundgebung unter dem Motto „Holzimporte stoppen – zuerst heimisches Holz verwenden und Familienbetriebe sichern“ machten 500 Land- und Forstwirte zwischen dem tschechischen Grenzübergang Fratres-Slavonice und der Landesstraße bei Schönfeld im Bezirk Waidhofen an der Thaya, mit 150 Traktoren samt Forstkränen und Rückewagen auf die Lage in der heimischen Forstwirtschaft aufmerksam, heißt es in einer Presseaussendung.

„Mit dieser Kundgebung wollen wir ein Zeichen gegen den Importwahnsinn setzen. Wir Forstwirte sind die ersten Opfer des Klimawandels und nun bedroht der Preisdruck durch die ausländische Importware unsere wirtschaftlichen Existenzen“, sagt Bundesrat Bürgermeister Eduard Köck, der als Bezirksobmann des Niederösterreichischen Bauernbunds den Aktionstag an der Grenze organisiert hat.

Hintergrund sei die „dramatische Lage in Niederösterreichs Wäldern aufgrund der Schadholzsituation, welche die bäuerlichen Betriebe verzweifeln lässt“, heißt es. Borkenkäfer und Klimawandel haben für eine Schadholzmenge von aktuell 3 Mio. fm gesorgt. „Trotz mehr als ausreichender Versorgung der Sägewerke und Industrie mit heimischen Holz stiegen zuletzt die Holz-Importe um 20 % auf 7,25 Mio. fm an.“ (Anmerkung der Redaktion holzkurier.com: 2018 importierte Österreich laut Statistik Austria 7,25 Mio. fm Rundholz, davon kamen 3,58 Mio. fm aus Tschechien; +19 % gegenüber 2017. Von Januar bis April 2019 beliefen sich die Holz-Importe auf 2,26 Mio. fm, davon 1,25 Mio. fm aus Tschechien).

„Wir appellieren an Industrie und Konsumenten gleichermaßen, beim Einkauf von Möbeln, Baustoffen und Industrieholz auf die heimische Herkunft zu achten“, betonten der Obmann des Niederösterreichischen Waldverbandes, Franz Fischer, und NAbg. Martina Diesner-Wais im Zuge der Kundgebung.

Anlässlich der Aktion rechneten die Verantwortlichen vor, dass ein durchschnittlicher Betrieb mit 30 ha Waldbewirtschaftung aufgrund des „Schadholzanfalls und des Preisdumpings“ einen Einkommensverlust von 6000 €/Jahr haben. Laut Fischer seien im Waldviertel rund 15.000 ha Forst durch Klimawandel und Schädlingsbefall betroffen. Der wirtschaftliche Gesamtschaden belaufe sich im Waldviertel auf 220 Mio. €.

Die angestiegenen Holz-Importe beziffert man mit rund 35.000 vollbeladenen Lkw-Zügen. Es sei im Hinblick auf die Klimaschädlichkeit nicht zulässig, diese Transporte in dieser Form fortzuführen, meinte Bauernbundobmann Stephan Pernkopf. Setze kein Umdenken ein, werde die Kammer ein „Notwehr-Fahrverbot für Lkw“ nach Tiroler Vorbild einfordern, hieß es. Gefordert werde in Stopp unnötiger Holz-Importe. Die Bummelfahrten sollte ein Weckruf zur Bewusstseinsbildung sein, vorrangig heimisches Holz zu verarbeiten.

holzkurier.com

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