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Österreich-Studie: Keine neuen Biomassekraftwerke notwendig

Österreich-Studie: Keine neuen Biomassekraftwerke notwendig

In der Auseinandersetzung über die Sinnhaftigkeit von großen neuen Biomasse-Kraftwerken in der Kärntner Landeshauptstadt gibt es eine neue Expertise. Die von der Management Consulting Dr. Peter Unterluggauer erstellte und jetzt veröffentlichte Studie zeigt klar, dass die Nutzung von Abwärme aus einer schon bestehenden Anlage im nahegelegenen St. Veit zu bevorzugen ist. Die Fernwärme-Versorgung über eine neue Leitung ist gegenüber dem bisherigen Projekt vorteilhafter.
„Ich wünsche mir, dass sich die Verantwortlichen schnellstmöglich mit diesen Fakten auseinandersetzen, um über die Realisierung einer nachhaltigen Alternative für das Fernwärmesystem in Klagenfurt zu beraten“, so Alfred Heinzel, Präsident der Österreichischen Papierindustrie. Die vorgeschlagenen Lösungen sind wirtschaftlicher und umweltfreundlicher.
Die neue Studie der Dr. Unterluggauer Management Consulting, die von Austropapier und der Österreichischen Plattenindustrie in Auftrag gegeben wurde, zeigt detailliert alle Argumente der untersuchten Szenarien zur Fernwärmeversorgung der Landeshauptstadt auf. „Klagenfurt benötigt keine neuen, großen Biomassekraftwerke für die Fernwärmeversorgung. Der Variantenvergleich zeigt, dass man auch ohne Ökostromförderung von 250 Mio. € und ohne Großinvestitionen von 110 Mio. € eine kostengünstige Fernwärmeversorgung in Klagenfurt sicherstellen kann,“ folgert Heinzel.
Die Auseinandersetzung um die Holzversorgung in Südösterreich läuft nun schon seit längerem. Auf der einen Seite steht die RZ-Gruppe, die ein Interesse daran hat, in Klagenfurt pro Jahr bis zu 300.000 Fm Holz thermisch zu verwerten. Auf der anderen Seite stehen Branchen wie die Zellstoff- und die Plattenindustrie, die den Rohstoff zuerst stofflich nutzen und auf die gravierenden Nachteile einer nicht-kaskadischen Lösung hinweisen: „Die subventionierte Verbrennung von Holz gefährdet die langfristige Rohstoffversorgung der Zellstoff- und Plattenwerke zunehmend. Klagenfurt plant mit zwei Biomasseheizkraftwerken einen weiteren Schritt in diese falsche Richtung. Für uns sind erneuerbare Energien ein wichtiger Beitrag zum Umweltschutz, aber Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit sollten immer im Vordergrund stehen“, stellt Alfred Heinzel fest.
Die Initiative zur Neubewertung der Sachlage geht nicht nur von den Unternehmen der Papierindustrie aus, sondern auch von den Plattenherstellern. Ladislaus Döry, Sprecher des österreichischen Span-, OSB- und Faserplattenhersteller, dazu: „Es ist kein Geheimnis, dass wir die beiden geplanten Kraftwerke technisch und wirtschaftlich für die falsche Lösung halten. Wir unterstützen nachhaltige Alternativen, wie sie das Büro Unterluggauer jetzt fundiert vorschlägt.“
Austropapier

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