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In einem modernen Einfamilien-Holzhaus steckt soviel Kohlendioxid wie durch 40 Jahre Mobilität seiner Bewohner emmitiert wird. Quelle: proHolz

Österreich: Studie empfiehlt Mehrfachnutzung von Holzbiomasse

Holz mehrfach entlang der Holzwertschöpfungskette zu nutzen: das ist ökonomisch wie ökologisch äußerst vorteilhaft und auch am günstigsten für die Treibhausgasbilanz. Zu dieser Erkenntnis kommen Experten vom österreichischen Bundesamt für Wald (BFW), der Universität für Bodenkultur (BOKU) und des Umweltbundesamtes (UBA) in gemeinsam errechneten Zukunftsszenarien bis zum Jahr 2100.
Durch den Einsatz von Holzprodukten können zudem Emissionen vermieden werden, die zum Beispiel bei Verwendung anderer Rohstoffe entstehen würden. Grundvoraussetzung für eine langfristig günstige Treibhausgasbilanz ist ein nachhaltig bewirtschafteter Wald.
Im Rahmen des Klima- und Energiefonds wurden drei Projekte zur Treibhausgasbilanz der österreichischen Holzkette auf Basis des österreichischen Waldes bis zum Jahr 2100 unter fünf verschiedenen Szenarien durchgeführt. Die angenommenen Szenarien umfassen die Fortschreibung bisheriger Rahmenbedingungen, unterschiedliche Abstufungen energetischer und stofflicher Nutzung von Holz und ein starkes Außernutzungstellungs-Szenarium von Waldflächen.
Die Zusammenschau aller Szenarien ergibt kurz gefasst diese Ergebnisse:
•  Die Holznutzung im österreichischen Wald hat außerordentlich positive Effekte auf die Treibhausgas-Bilanz. Der Einsatz von Holz und Holzprodukten hat nämlich gleich zwei deutliche Effekt: einerseits die Vermeidung von Emissionen und andererseits die Speicherung von CO2. Durch die Verwendung von Holz und Holzprodukten aus Österreich können wir in 90 Jahren (Simulationszeitraum der Studie) so viel Emissionen vermeiden wie wir in 20 Jahren insgesamt in Österreich freisetzen.
•  Der positive Klima-Effekt gelingt nur dann, wenn wir konsequent nicht-nachwachsende Rohstoffe durch nachwachsende Rohstoffe ersetzen.
•  Nur durch Mehrfachnutzung von Holz und Holzprodukten kann eine größtmögliche stoffliche und energetische Nutzung erzielt werden. Holz ist nämlich Ausgangsprodukt einer langen Wertschöpfungskette. Diese umfasst die Holz- und Sägeindustrie genauso wie die Möbel-, Papier-, Platten- und Zellstoffproduktion und den Bausektor. Der hohe Wiederverwertungsanteile in der Produktion und die Langlebigkeit des Werkstoffes tragen das ihre dazu bei.
•  Wenn Holz zuerst stofflich und dann erst energetisch genutzt wird, verstärkt dies die günstige Treibhausgasbilanz zusätzlich.
•  Die international vorgegebenen klimapolitischen Ziele können nur durch einen nachhaltig bewirtschafteten Wald erreicht werden.

„Jetzt haben wir es erstmals schwarz auf weiß: durch Holznutzung und kluge Holzverwendung können wir alle einen maßgeblichen Beitrag zum Klimaschutz leisten. Über lange Zeiträume gerechnet, kann nur ein nachhaltig bewirtschafteter Wald alle Funktionen erfüllen, die die Gesellschaft von ihm fordert: vom verlässlichen Holzlieferanten bis zum ausgewiesenen Klimaschützer“, betont Georg Starhemberg, Vorsitzender des Kooperationsabkommens FHP (Forst Holz Papier).

FHP
Gezielte Holznutzung ist aktiver Klimaschutz. Foto: proHolz In einem modernen Einfamilien-Holzhaus steckt soviel Kohlendioxid wie durch 40 Jahre Mobilität seiner Bewohner emmitiert wird. Quelle: proHolz

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