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Österreich: Streit um Holztransport

Österreich: Streit um Holztransport

Spitzenvertreter der österreichischen Forstwirtschaft, Holz- und Papierindustrie haben am 7. Dezember mit einer Protestaktion vor der Sitzung des Ministerrates ein kräftiges Signal gegen die Güterverkehrspolitik der ÖBB und der Bundesregierung gesetzt. „Wir fordern die rasche Einberufung eines Bahngipfels durch Verkehrsministerin Doris Bures, bei dem eine zukunftsfähige Lösung für den Holztransport auf der Schiene gefunden werden muss. Die jahrzehntelange, beidseitig erfolgreiche Partnerschaft droht zu zerbrechen. Eine Verlagerung von 5 Millionen Tonnen von der Schiene auf 200 000 LKWs ist mit einer solchen Sturheit der ÖBB nicht mehr zu verhindern“, erklärten Wolfgang Pfarl und Hans Michael Offner, von der Kooperationsplattform Forst Holz Papier (FHP). Der Protestaktion waren monatelange, bisher ergebnislose Gespräche mit den ÖBB und der Rail Cargo Austria (RCA) vorausgegangen.
Verkehrsministerin Bures hat noch im Frühjahr in mehreren Aussendungen betont: „Der Transport auf der Schiene ist mir wichtig und muss ausgebaut werden“. Genau das Gegenteil geschieht jetzt. Mit der Einstellung von Verladestellen und vor allem einer nicht akzeptablen – weil völlig überhöhten – Tarifgestaltung, sieht sich die Holzwirtschaft gezwungen, abertausende Transporte von der Schiene auf die Straße zu verlagern. ÖBB-Chef Christian Kern und Ministerin Doris Bures bringen dadurch mehr als 200.000 LKWs zusätzlich auf die Straße, so FHP in einer Pressemeldung vom 7. Dezember  
10 Mio. Tonnen Holz pro Jahr werden derzeit mit der RCA transportiert. Das macht über 12% des gesamten Transportvolumens der RCA in Österreich aus. Die von der ÖBB geforderte Preiserhöhung, die zum Teil über 30% liegt, würde voll auf die Holzpreise durchschlagen. Wenn die neuen Tarife nicht angenommen werden, müssen nach Ansicht des ÖBB Chefs Christian Kern Holztransporte auf der Schiene unterbleiben. „Diese Situation ist untragbar. Mit dem jetzigen (Nicht)Angebot der Bahn, die nichts für einen ökologisch sinnvollen Transport auf der Schiene tut, zwingen die ÖBB die Forstund Holzwirtschaft, aber auch die Papierindustrie, mehr als 200.000 LKW Fahrten von der Schiene auf die Straße zu verlagern. Das ist aus unserer Sicht völlig indiskutabel“, so Hans Michael Offner.
FHP

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