Waldschutz

Österreich startet Aktionsprogramm gegen Waldbrände

Bearbeitet von Carolin Föste

Einerseits verursacht der Klimawandel immer mehr Waldbrände, andererseits werden die meisten Waldbrände durch Unachtsamkeit bei Waldbesuchen verursacht. Die Politik in Österreich hat erkannt: Die Waldbrandbekämpfung muss forciert werden. Dazu gehöre auch die Bewusstseinsbildung und die Bereitstellung von Geldern.

Das Österreichische Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Regionen und Wasserwirtschaft (BML) berichtet in einer aktuellen Meldung über die Notwendigkeit, gegen durch den Klimawandel vermehrt auftretende Waldbrände vorzugehen. Dazu wurde nun das Aktionsprogramm Waldbrand ins Leben gerufen.

Mehr Waldbrände durch Klimawandel

„Über 200 Waldbrände pro Jahr gibt es durchschnittlich in Österreich. Aufgrund des Klimawandels wird die Waldbrandgefahr in Zukunft zunehmen. Gleichzeitig werden 8 von 10 Waldbränden in Österreich leider durch Menschen verursacht. Um diese beiden Risiko-Faktoren zu minimieren, haben wir gemeinsam mit 17 Institutionen das Aktionsprogramm Waldbrand erarbeitet“, sagte Bundesminister Norbert Totschnig. Gemeinsam mit BOKU-Wissenschaftler Harald Vacik stellte er das Aktionsprogramm in einer Pressekonferenz am 26. August vor.

Die Universität für Bodenkultur, das Innenministerium, das Bundesforschungszentrum für Wald, die Landwirtschaftskammer Österreich, die Land&Forst Betriebe Österreich, die Landesforstdirektionen, die Feuerwehr und andere Institutionen Österreichs haben sich zusammengetan, um das neue Programm auszuarbeiten. „Der Wald macht Österreich zu einem sehr lebenswerten Land. Die Waldbrandprävention muss daher unser aller Ziel sein. Also haben wir im Waldfonds erstmals eine wirtschaftliche Grundlage für dieses wichtige Thema geschaffen. Dazu stellen wir insgesamt 9,8 Millionen Euro zur Verfügung. Davon drei Millionen Euro für Vorhaben wie zum Beispiel eine nationale Waldbrand-Risikobewertung, Monitoring-Programme, Frühwarnsysteme, Risikokommunikation und Bewusstseinsbildung“, so Totschnig weiter.

„Konkret verfolgen wir mit dem Aktionsprogramm drei Ziele: Waldbrand erforschen und verstehen. Gemeinsam Waldbrand vorbeugen und bekämpfen. Wissen über Waldbrände verbreiten und umsetzen. Ergebnis ist ein präventives Waldbrandmanagement mit konkreten Maßnahmen.“ Dafür sei ein Waldbrandmeldesystem geplant, das Daten österreichweit digital erfasst. Forschungsprojekte sollen zeitgleich Risikofaktoren untersuchen und Frühwarnsysteme weiterentwickeln.

Waldbrandvorsorge heißt auch Waldbrandforschung und Investitionen

Mithilfe einer Waldbrandrisikokarte der BOKU sollen Brände frühzeitig sogar auf Gemeindeebene erkannt und dargestellt werden. Auch die Frage, an welchen Orten eine Wasserentnahme möglich und sinnvoll ist, soll die Karte im Notfall beantworten können. Über waldbauliches Wissen, wie die Feuerfestigkeit verschiedener Baumarten, soll außerdem im Rahmen des Aktionsprogrammes aufgeklärt werden.

Die Regierung plant die Investitionen über den Waldfonds. Brandschneisen, eine angepasste Bestockung, Löschteiche und Feuerwehrausrüstung sollen daraus finanziert werden.

Wie verhalte ich mich bei akuter Waldbrandgefahr?

In Österreich seien rund 85 % der Waldbrände durch Menschenhand ausgelöst. Daher stellte das Ministerium zum gegebenen Anlass fünf Verhaltensregeln vor, die bei akuter Waldbrandgefahr umgesetzt werden sollten:

  • Im Wald sollte nicht geraucht werden
  • Im Wald sollte kein Feuer gemacht werden
  • Auch in der Nähe des Waldes sollte Feuerwerk, etc. möglichst nicht entzündet werden
  • Bürgerinnen und Bürger sollten sich über Verbote bei Waldbrandgefahr informieren
  • Waldbrände oder Rauchfahnen sollten umgehend telefonisch der Feuerwehr gemeldet werden
Quelle: BML