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Sägerundholz

Österreich: Nachfrage nach Sägerundholz steigt, Preise nicht

Vorausgesetzt, dass nicht es zu einer zweiten Corona-Infektionswelle im Herbst kommt, gehen aktuelle Prognosen für dieses Jahr von einem Rückgang der Wirtschaftsleistung in Österreich um 7,2% aus. Die österreichische Sägeindustrie scheint die Corona-Delle gut kompensieren zu können. Das liegt unter anderem am günstigen Sägerundholz.

Leichte Nachfragebelebung

Die Standorte der österreichischen Sägeindustrie sind überwiegend gut mit Fichten-Sägerundholz bevorratet. Aufgrund der bislang etwas verzögerten Entwicklung der Borkenkäfer im In- und Ausland steigt die Nervosität eine ausreichende Versorgung betreffend. Aktuell ist daher auch eine leichte Nachfragebelebung spürbar, wobei die Preise unverändert weit unter dem Durchschnitt liegen. Der Abtransport bereitgestellter Mengen läuft derzeit noch zügig, Waldlager konnten größtenteils abgebaut werden. In den kommenden Wochen ist jedoch mit einem verstärkten Anfall an Borkenkäferholz zu rechnen. Das Hauptsortiment Fichte Blochholz A,B,C 2a+ wird in einem weiten Preisspektrum von 55 bis 76 €/Fm gehandelt. Die niedrigsten Preise gelten in Niederösterreich, die höchsten in der Steiermark. Der Durchschnittspreis für Fichte 2b hat weiter nachgegeben und lag im Juli bei 68 €/Fm.

Industrieholzmarkt verstopft

Die Nachfrage nach Nadelindustrierundholz ist weiterhin sehr gering. Die Lagerkapazitäten der Papier-, Zellstoff- und Plattenindustrie sind trotz Bemühen weitestgehend erschöpft. Die Übernahme ist streng kontingentiert, der Abtransport dementsprechend schleppend. Waldlager bauen sich weiter auf. Der Preis ist auf niedrigstem Niveau stabil. Wegen der schwierigen globalen Marktlage bei Fasern werden für das zweite Halbjahr die Liefermengen für Rotbuchenfaserholz stark reduziert.

Energieholz schwer zu vermarkten

Am Energieholzmarkt gibt es keine Veränderungen zum Vormonat. Die Werke sind sehr gut bevorratet. Zusätzliche Mengen außerhalb der laufenden Verträgen können nicht vermarktet werden. Zusätzliche Störung in das System bringen nicht benötigte Industrieholzmengen.

Keine Entspannung

Von einer Entspannung der Borkenkäfersituation darf nicht ausgegangen werden. Käferbäume haben aufgrund der besseren Wasserversorgung häufig noch grüne Kronen, obwohl Jungkäfer kurz vor dem Ausflug stehen. Daher wird dringend empfohlen, die Bestände in kurzen Abständen und genauestens auf Borkenkäferbefall zu kontrollieren und Forstschutzmaßnahmen zu treffen.

LKO/Red.

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