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Österreich: Der Holzmarkt im Winter

Österreich: Der Holzmarkt im Winter

Einerseits gibt es Schwierigkeiten beim Import von Sägerundholz, andererseits ist der Schnittholzabsatz und Preis für das Produkt noch nicht zufriedenstellend. Das derzeitige Preisniveau für Fichtensägerundholz mit über EUR 95,- frei LKW fahrbarer Waldstraße ohne Mehrwertsteuer ist sehr gut. Ob weitere Preissteigerungen noch umzusetzen sind, wird sich weisen und ist auf Grund des wirtschaftlichen Umfeldes eher unwahrscheinlich. Das Ziel wäre, ohne große Naturkatastrophen dieses Niveau zu halten.
Auch die Preise für normales Weißkiefernsägerundholz mittlerer und schlechter Qualität haben angezogen. Kiefernsägerundholz ist ebenfalls sehr gefragt und gut zu verkaufen. Schönes Weißkiefernsägerundholz für Fensterkantel sollte man rasch erzeugen, da ab März die Bläuegefahr steigt und das Holz für diese Verarbeitungszwecke nicht mehr verwendet werden kann. In solchen Zeiten ist besonders auf die Zahlungssicherheit der Abnehmer zu achten.
Schnittholzmarkt
Die österreichische Sägeindustrie exportierte im ersten Halbjahr um 2,7% mehr Schnittholz. Der Anstieg erfolgt aber von dem relativ tiefen Niveau des Jahres 2010. Die Preise für Schnittholz sind je nach Verwendungszweck sehr unterschiedlich und Preiserhöhungen sind derzeit nur schwer umzusetzen. Die österreichische Sägeindustrie braucht dringend frisches Rundholz, um auch Märkte für bessere Schnittholzqualitäten bedienen zu können.
In Italien ist der Absatz von Schnittholz zu sehr unterschiedlichen Preisen möglich. Die Nachfrage und das Anbot sind ausgeglichen. Die schlechtere Schnittware wird traditionell in den arabischen Raum exportiert. Der Export in diese Länder ist problemlos möglich und noch leicht zu steigern.
Der Absatz nach Japan ist ebenfalls auf einem normalen Niveau. Der Aufbau nach den großen Erdbeben mit Nachfrage nach hochwertigen Holzprodukten wird im vierten Quartal einsetzen. Der Export nach Amerika ist derzeit kaum möglich. Der Markt kam durch die Immobilienkrise zum Erliegen. Durch die verringerten Einschnittmengen sind die Preise für Hackgut und Sägespäne stabil.
Laubrundholz
Die Laubholzsaison kommt nur langsam in Schwung. Die Preise sind sehr verhalten und der Markt ist, vor allem für Rotbuchenrundholz, zu auskömmlichen Preisen fast nicht gegeben. Die Nachfrage nach Eichensägerundholz ist europaweit fast nicht zu befriedigen, da der Trend zu dunklen Holzarten geht und die Nachfrage nach Eichenparkettböden enorm gestiegen ist. Der Absatz von schlechter Rotbuche ist zu gleich bleibenden Preisen sowohl als Sägerundholz als auch als Brennholz möglich.
Die Nachfrage nach Pappelsägerundholz ist sehr gut, da durch die hohen Fichtenrundholzpreise wieder verstärkt auf Pappelholz zurückgegriffen wird. Topqualitäten von Buntlaubhölzern, wie Ahorn und Kirsche, können auf der Submission verkauft werden. Der Absatz von Laubsägerundholz zu auskömmlichen Preisen im heurigen Jahr ist wahrscheinlich nur bedingt möglich. Große Hoffnungen werden auf den Export nach China gesetzt, um den übervollen europäischen Laubschnittholzmarkt zu entlasten.
Industrieholz
 
Schleifholz
Frisches Schleifholz ist ein verderbliches Sortiment. Die Abnahme von frisch erzeugtem Schleifholz ist mit gesicherten Schlussbriefen zu den derzeit gültigen Preisen jederzeit möglich. Die Nachfrage ist zufriedenstellend.
Faserholz
Durch die Reduktion der Einschnittmengen an Sägerundholz und dem damit verbundenen geringeren Anfall von Hackgut, ist die Versorgungslage der faserholzverarbeitenden Industrie als angespannt zu bezeichnen. Der Absatz von Faserholz aus dem Wald ist ohne Kontingentierung möglich. Die Zellstoffpreise haben sich auf hohem Niveau stabilisiert. Die Nachfrage nach Faserholz als Koppelprodukt der Sägerundholzerzeugung ist zu auskömmlichen stabilen Preisen gegeben.
Plattenholz
Die Plattenindustrie dürfte die Folgen der Wirtschaftskrise gut überstanden haben und produziert derzeit voll. Die gemischte Anlieferung aller Holzarten bei diesem Sortiment ist bei der Produktion und bei Waldpflegearbeiten ein großer Vorteil für den Lieferanten. Das Sortiment Plattenholz steht in Konkurrenz mit Faserholz und Biomasse für Heizwerke und KWK Anlagen.
Biomasse
Die Versorgung der bestehenden Fernwärmewerke und KWK Anlagen mit Waldhackgut ist ein zentrales Thema für die Forstabteilung der NÖ Landwirtschaftskammer und dem NÖ Waldverband. Die Anlieferung von Waldhackgut und Biomasse ist in vollem Umfang möglich. Die Versorgungslage der Werke ist sehr unterschiedlich. Der Absatz zu gesicherten Preisen aber möglich.
Brennholz
Die Unsicherheiten sowohl bei der Versorgung mit Öl und Gas als auch die steigenden Preise für fossile Energie verstärken die Nachfrage nach Brennholz. Einzelne Lieferanten haben kaum noch trockenes Brennholz für den kommenden Winter. Qualitativ hochwertiges trockenes Brennholz ist sicher Mangelware. Leichte Preissteigerungen konnten umgesetzt werden.
Laubholzsubmission
Der NÖ Waldverband veranstaltet in Zusammenarbeit mit der Forstabteilung der LK NÖ im Januar 2012 wieder eine Laubholzsubmission am Standort Heiligenkreuz. Der Aktionstag ist am Mittwoch dem 1.2.2012 in Heiligenkreuz.
 

Landwirtschaftskammer Österreich

 
LK Österreich

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