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Österreich: Holzmarkt im Tiroler Nichtstaatswald

Nach einer stabilen Phase im Sommer sind die Preise im September 2011 für praktisch alle Sortimente gestiegen. Vor allem im Energieholzbereich ist die Steigerung sogar stark ausgefallen. Die Nutzungen sind gestiegen, trotzdem sieht sich ein Großteil der Tiroler Sägewerke derzeit als nicht besonders gut mit Rundholz versorgt. Dies dürfte mit den in den letzten Monaten rückläufigen Rundholzimporten vor allem aus Deutschland zusammenhängen.

Der Preis für das Hauptsortiment Fichten-Blochholz B/C Stärkeklasse 2a bis 3b ist im September um 1,5 % gestiegen (auf 94,64 €/Fm) und damit auf dem Höchststand seit einem Jahr. Weitere Durchschnittserlöse im September 2011 im Vergleich zum Vormonat: Fichten-Blochholz Güteklasse Cx 69,85 €/Fm (+3,3 %), Fichten-Schwachbloche B/C 76,01 €/Fm (+2,3 %).

Der Preis für Industrieholz ist im September sehr stark gestiegen. Industrieholz Fi (IS, IF, I2, ID, IM, IP) erlöst 39,57 €/Fm und damit +10,8 % zum Vormonat. Dies liegt zum Teil an der großen Bandbreite die im Preis für dieses Sortiment möglich ist und möglicherweise auch an der verstärkten Nachfrage für Energieholz.

Der Preis für Brennholz ist im September stark gestiegen (Brennholz weich erzielt 32,78 €/Fm, +8,1 %). Das liegt v.a. an der verstärkten Nachfrage zu Beginn der Heizsaison und gleicht den leichten Rückgang der Vormonate mehr als aus. Der Preis liegt momentan im Jahreshöchstwert. Alle angegebenen Preise verstehen sich frei Waldstraße exkl. USt.
 
Der Tiroler Rundholzpreisindex ist im dritten Quartal des Jahres mit +1,272 % gegenüber dem II. Quartal 2011 wieder geringfügig gestiegen. Der aktuelle Wert liegt damit immer noch weit über dem langjährigen Durchschnitt. Die der Berechnung zu Grunde liegenden Durchschnittspreise für das Fi-Standardsortiment (Güteklasse B/C; Stärkeklasse 2a-3b) lagen im III. Quartal 2011 bei 94,71 €/Fm, im II. Quartal 2011 bei 93,52 €/Fm. Für das dritte Quartal 2011 beträgt der Brennholzpreisindex 172,231 %. Damit ist der Brennholzpreisindex gegenüber dem zweiten Quartal 2011 stark gefallen (-7,406 %). Bezugsbasis ist der Wert des Jahres 2005 (100 %)

Fachverband der Tiroler Sägeindustrie zur aktuellen Holzmarktlage
 
Durch die  Preisentwicklung  öffnet sich die Schere zwischen  Einkauf und Verkauf immer weiter. Weitere Preissteigerungen sind für die Sägebranche derzeit  nicht tragbar. Der Export steht weiterhin unter Absatzdruck. Damit verbunden lässt auch der Preisdruck nicht nach bzw. verstärkt sich trotz zurückfahren der Einschnittmengen und verminderter Lagerkapazitäten  bei den italienischen Händler bei verschiedenen Sortimenten. Es wird nur die notwendigste Schnittware von den  Händlern angekauft. Sorge bereiten den Sägern vor allem die beschlossenen Sparpakete in Italien. Hingegen scheinen  die Hafenlager für Levante- und Japan-Lieferungen sehr voll zu sein. Ebenso scheint der Restholzboom vorbei zu sein und das zu einer Zeit , wo die Einlagerung für den Winter beginnen sollte. Der regionale Markt hat sich ebenfalls, zwar unterschiedlich bei den Unternehmen, beträchtlich  abgeschwächt.
 

Amt der Tiroler Landesregierung/R. Noichl, D. Stöhr

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