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Österreich: Holzmarkt im Juni

Österreich: Holzmarkt im Juni

Im Vergleich zu Asien und den USA entwickelt sich der Konjunkturaufschwung in Mitteleuropa laut aktuellen Wirtschaftsprognosen weiterhin verhalten. Wachsende Exporte bewirken eine Stabilisierung der heimischen Konjunktur. Wichtige Exportmärkte für Schnittholz entwickeln sich ebenso wenig dynamisch wie die Auftragslage heimischer Bauunternehmen. Die Nachfrage nach Nadelsägerundholz ist weiterhin sehr rege.
Die Rundholzlager der Sägewerke sind auf niedrigem Niveau, das Rundholz fließt zügig ab. Obwohl die Absatzmöglichkeiten bei Schnittholz unter dem Niveau vergangener guter Jahre liegen, können derzeit aufgrund von Rundholzmangel nicht alle Aufträge durch die Sägeindustrie bedient werden. Die Preise für Nadelsägerundholz sind gegenüber dem Vormonat neuerlich gestiegen und befinden sich auf attraktivem Niveau. Prämien für prompte Lieferungen sollen zusätzlich als Anreiz zur Nutzung außerhalb der Hauptschlägerungszeit dienen.
Die überdurchschnittlich hohen Niederschläge verhindern aber teilweise die Holzernteaktivitäten. Die nass-kalte Witterung der letzten Wochen lässt zudem keine außergewöhnlichen Käferholzmengen erwarten. Derzeit trifft die Sägeindustrie noch keine Aussagen über ihren Holzbedarf ab dem Herbst. Von der Nachfragehausse profitiert auch die Tanne, für die eine merkbare Preisverbesserung zu verzeichnen ist.

Industrieholz wird weiterhin zu stabilen bis leicht steigenden Preisen laufend übernommen. Der Aufbau von Lagern der Papier- und Plattenindustrie sorgt für zügigen Abfluss des Rundholzes. Die Nachfrage nach Schleifholz ist gut, teilweise werden Lieferprämien gewährt. Die Abnahme von Buchenfaserholz erfolgt kontinuierlich zu stabilen Preisen und wird für das ganze Jahr für Vornutzungen in Laubholzbeständen attraktive Absatzmöglichkeiten bieten, die durch anteilige Lieferungen an Buchenblochholz schlechterer Qualitäten zusätzlich erhöht werden.

Es wird empfohlen, die außergewöhnlich guten Absatzmöglichkeiten für Rundholz zu nutzen, auch um Importe zu vermeiden. Bei phytosanitären Nutzungen sollte durchaus großzügig vorgegangen werden. Bei Verkäufen sollte weiterhin höchstes Augenmerk auf Zahlungssicherheit und usancenkonforme Übernahme am Sägewerk gelegt werden.

Der Aufbau von durch den langen Winter niedrigen Lagern für die kommende Heizsaison und der laufende Bedarf der Großabnehmer sorgen weiterhin für starke Nachfrage nach allen Energieholzsortimenten. Teilweise fließt auch Industrierundholz aller Holzarten in diesen Bereich ab. Die Nachfrage bleibt besonders bei Waldhackgut durch den weiterhin geringeren Anfall von Sägenebenprodukten auf hohem Niveau, neue Pellets-Produktionsstätten sorgen für zusätzliche Dynamik.

Die leeren Brennholzlager der Produzenten sollten vorausschauend für die nächste Saison wieder gefüllt werden. Verbrauchern wird empfohlen, rechtzeitig Brennstoff für die kommende Heizsaison zu ordern.

Landwirtschaftskammer Österreich

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